Ich muss zugeben; Die Idee zu meiner Roadtripgeschichte ist mir gekommen, bevor ich mitbekommen habe, dass einer der bekanntesten Romane dieser Art verfilmt worden ist und bald in die Kinos kommt. Ich spreche von dem berühmten Roman „On The Road“ von Jack Kerouac, der das Manuskript in drei Wochen komplett geschrieben haben will (natürlich unter Drogeneinfluss, wie alle Genies).

Nun habe ich mir gestern das Buch besorgt, um mich inspirieren zu lassen und, was noch viel wichtiger ist, zu analysieren, warum der Roman so wunderbar funktioniert. Auch wenn ich eigentlich keinen Roadtrip im eigentlichen Sinne verfassen will, da ich die ausführlichen Beschreibungen der wunderschönen Landschaft relativ kurz halte.

Natürlich werde ich anschließend eine Rezension posten. Vielleicht regt das ja an, anschließend auch ins Kino zu gehen…

Bücher, Meldung

Badewannengespräche

Gedankencrushs

Badewannengespräche früh morgens. Die Decke ist rot und wir blass. Zigarettenqualm und Kekskrümel.

Der Hahn tropft, das Kissen wird doch nass. Wir lachen. Und reden.

Und ich muss an den Traum denken. Ihren Traum.

Wie das Mädchen lief, hinter ihr eine Spur, die keinen Sinn gab. Vor ihr Nichts.

Dann schwarze Leere. Sie riecht das Blut, die Verwesung. Das Rot in ihren Händen fängt an zu tropfen.

Und sie rennt. Rennt weg. Vielleicht wacht sie auf?

Die Tür knarzt und wir lauschen. Flüstern über Horrorgestalten. Leise tapsige Schrite auf dem Holzboden.

Aber es war nur die Dritte. Die auf dem Sofa geschlafen hat.

„Was macht ihr denn da?“ Die Haare stehen ihr vom Kopf. Und wir lachen wieder.

Ja, was machen wir?

Das Larvenkind

Gedicht

Hier noch zwei etwas ältere Gedichte, inspiriert von meinem kreativen Opa und meiner verrückten Cousine.

Der Augeblick

Nachts, stolpernd auf der Suche nach dem Kühlschrank, siehst du es leuchten.
Das Larvenkind schwebt in deinen Augenblick.
Schwebt und blinzelt dir zu. Und du blinzelst zurück.

Du siehst es die Fragefühler schwenken und fragst weshalb.
Es entfaltet nur leise die leichten Flügel seiner Gedanken,
blinzelt und entschwindet in den nächsten Augenblick.

Und du stehst da,
vor dem eisigen Kühlschrank,
und fragst bibbernd
noch immer nach dem
„Weshalb?“.

Das Larvenkind

Nachts, im Traum, kriecht es dir in die Nase.
Liest ein Buch oder zwei,
Schlürft seinen Kaffee.

Und schwenkt es seine Gedankenflügel,
so träumst du
von Regen und Schafsfellen,
in die du deine Hände versenkst.

Putzt es die Fragefühler,
rennst du durch grüne Weiden
und fragst dich nach dem Sinn
einer Wiese ohne Kühe.

Und glaubst du den Sommerwind zu spüren,
so lacht es glockenhell
in deiner Nase.

Dort, im Dunkeln, sitzt es und liest.
Das kleine Larvenkind.

The Fault In Our Stars

Bücher

Ich habe gerade das neue Buch „The Fault in our Stars“ (Deutsch: Das Schicksal ist ein mieser Verräter“) von John Green gelesen (Autor von „Eine wie Alaska“, „Margos Spuren“ und weiteren tollen Büchern).

WARNUNG: Krebsbuch.

Definition von Krebsbuch: Mindestens der Protagonist wenn nicht alle Freunde leiden an Krebs, das Buch muss mit einem tragischen Tod enden. Meist ist der Sterbende ebenfalls der Protagonist, damit das Buch begründet enden darf. Hier bricht Green bereits die erste Regel. Aber dazu später mehr.

Für alle, die planen, es möglicherweise zur Hand zu nehmen, um dann eventuell zu lesen:
Lasst euch nicht von der Beschreibung täuschen, es sei nicht traurig. Krebsbücher sind immer traurig. Immer.
Abgesehen von den Tränen die man am Schluss vergießen MUSS, ist das Buch allerdings fesselnd. Was sonst. John Green kann leider erstaunlich gut schreiben.

Hazel Grace leidet unter Lungenkrebs seit sie 13 Jahre alt ist und ihr Freundeskreis hat sich auf die 18 jährige und sehr merkwürdige Kaitlyn und ihre Eltern beschränkt. Erstere sieht sie äußerst selten (genau genommen nur einmal auf 313 seiten) und Zweitere andauernd, da sich ihre Mutter immer im Umkreis von 3 Kilometern befindet.

Um dies zu ändern wird sie von ihrer Mutter in eine Self Support Group für Krebskranke geschickt. Dort trifft sie Augustus den besten Freund von Isaac, einem Augenkrebs“patienten“.
Er ist der erste heiße Junge, den sie je dort getroffen hat und hört einfach nicht auf, sie anzustarrten. Was Hazel gefällt.
Als er auch noch eine ebenso philosophische Redeweise wie sie zeigt und sie galant auffordert, mit ihm zu Hause V for Vendetta anzugucken, willigt sie ein. Augustus, der bereites ein halbes Bein an Knochen krebs verloren hat, macht von dem ersten Dialog an schon klar, dass er Hazel als sehr viel mehr als nur eine gute Freundin sieht, aber sie hält ihn auf Distanz;

“I’m a grenade and at some point I’m going to blow up and I would like to minimize the casualties, okay?”

Um nicht zu viele mit ihrem eventuellen Tod in Trauer zu stürzen, will sie niemandem mehr nahe kommen – außer ihren Eltern, die sie, wie sie meint, nicht mehr verschonen kann. Und somit kann sie auch keine Beziehung mit Augustus beginnen – obwohl sie ihn liebt. Er gibt jedoch nicht auf, bleibt beständig bei ihr und versucht ihr klar zu machen, dass sie da keine Wahl hat – sie ist schon Teil seines Lebens.

Zwischen den beiden entwickelt sich sehr behutsam eine wunderschöne Beziehung, die den Rahmen eines herkömmlichen Krebsbuches sprengt. Eigentlich den Rahmen vieler Jugendbücher  – so kommt es erst auf Seite 203 (dem 2. Drittel des Buches!!!) zum ersten Kuss.
Zentrales Thema ist auch Hazels Lieblingsbuch An Imperial Affliction, das sie erst Augustus zu lesen gibt und dessen Autor sie später gemeinsam in Niederlanden aufsuchen. In dem Buch leidet die Protagonistin auch an Krebs, allerding endet es mitten im Satz und Hazel will unbedingt erfahren, was mit all den Charakteren nach dem unvermittelten Tod der Protagonstin passiert.

Der Autor Peter Van Houten entpuppt sich allerdings als Alkoholiker und ziemliches Arschloch. Später reist er zwar nach Amerika, um sich zu entschuldigen und seine Mails und Gespräche sind meist hochphilosophisch und bilden auch das Ende des Buches, aber die hohen Erwartungen Hazels hat er längst zerstört.

In den Niederlanden teilt Augustus Hazel mit, dass sein Knochenkrebs zurückgekehrt ist. Bei Rückkehr verschlechtert sich sein Zustand,  Hazel besucht ihn noch oft, aber er ist meist nicht ansprechbar und stirbt bald darauf.

Hazel will nach der schrecklichen Beerdigung eigentlich nichts mehr von der Welt wissen, findet aber Schritt für Schritt wieder Hoffnung in den Lebensplänen ihrer Eltern und entdeckt zu Schluss noch einen Brief Augustuts an Van Houten, in dem er seine Liebe zu Hazel und seine Hoffnungen für sie niedergeschrieben hat. Ende.

Ich muss sagen, ich mag das Buch. Sehr sogar.
Ich mag Hazel, dieses so uncharmante schlagfertige überhaupt nicht wunderschön typische langweilige Mädchen, das sich so selbstlos von der Welt abschottet, um nur ja niemanden mit ihrem Tod zu belasten. Sie ist eine so traurige und zugleich so anrührende Protagonistin.
Ich mag Augustus, den viel zu optimistischen, gutgelaunten und fast schon nervtötend sympathischen Junge, der es schafft, Hazel so zu verwandeln, wieder eine wenig Lebensfreude zu bringen – wo sie sich doch so lange dagegen wehrt!
Ich mag Isaac, den in der Mitte des Buches vollkommen erblindenden Freund von Augustus, mit dem sich trotz seiner Blindheit noch viel mehr Leser identifizieren werden – kurz bevor er sein zweites Auge verliert, verlässt ihn seine Freundin… Sie könne es ihm nicht antun, ihn danach zu verlassen… Man wütet mit ihm mit, als er den Keller von Augustus zerlegt und Eier auf das Auto seiner Exfreundin schleudert. Er leidet – obwohl er den Krebs überlebt hat – genauso sehr wie Hazel und Augustus.

Und ich mag den unsympathischen, trampeltierhaften Van Houten, mit dem sich der Autor sicher ein ein wenig identifiziert hat. Die Idee die Suche nach dem Ende ihre Lieblingsbuches als zentrales Thema zu formulieren ist auf ironische (und ein bisschen fiese) Weise ziemlich witzig. Wahnwitzig vielleicht. Denn damit sucht sie ja auch nach ihrem und vor allem dem Ende ihrer Mitmenschen nach dem/ihrem Tod.

Ein trauriges, das gebe ich zu, sehr trauriges Buch mit so vielen wunderbaren Momenten, dass man es lesen muss.
2014 kommt auch der gleichnamige Film in die Kinos -> hier zum Trailer (der mir persönlich sehr gut gefällt)

Wahhh!

Meldung

Habe gestern die Mail erhalten, dass ich mich bald als richtige Autoin sehen darf!

Meine erste Publikation steht an. Ist zwar nicht mein eigenes Buch, aber meine Kurzgeschichte „Napuka“ soll in der Anthologie „Junge Texte“ beim Textkontor-Verlag erscheinen.

Und  ich bin so begeistert, dass ich die Begründung der Jury hier reinstellen MUSS:

„Die Lektoren aus dem Verlag haben sich Ihre Kurzgeschichten angesehen und wir möchten die Geschichte „Napuka“ veröffentlichen. Glückwunsch! Ihr Text spricht wirklich für sich, er ist sehr schön und die Lektoren waren sich gleich einig, dass er einen Platz in unserer Anthologie finden soll. Der Text ist authentisch, ist in vielen Stellen introspektiv. Von dieser Art haben wir bisher wenig im Band.“

 

Mein Blog und Ich.

Ich bin gespannt wie diese Beziehung laufen wird, wahrscheinlich recht einseitig. Aber was erwarte ich?

Geplant ist ein Schreiberling-Blog, d.h. ich werde kleine Gedankencrushs und Shortstories posten. Und Fotos… mhmm. Eigentlich bin ich eine Kamerahasserin, aber vielleicht kann ich mich ja doch überwinden.

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