The Fault In Our Stars

Bücher

Ich habe gerade das neue Buch „The Fault in our Stars“ (Deutsch: Das Schicksal ist ein mieser Verräter“) von John Green gelesen (Autor von „Eine wie Alaska“, „Margos Spuren“ und weiteren tollen Büchern).

WARNUNG: Krebsbuch.

Definition von Krebsbuch: Mindestens der Protagonist wenn nicht alle Freunde leiden an Krebs, das Buch muss mit einem tragischen Tod enden. Meist ist der Sterbende ebenfalls der Protagonist, damit das Buch begründet enden darf. Hier bricht Green bereits die erste Regel. Aber dazu später mehr.

Für alle, die planen, es möglicherweise zur Hand zu nehmen, um dann eventuell zu lesen:
Lasst euch nicht von der Beschreibung täuschen, es sei nicht traurig. Krebsbücher sind immer traurig. Immer.
Abgesehen von den Tränen die man am Schluss vergießen MUSS, ist das Buch allerdings fesselnd. Was sonst. John Green kann leider erstaunlich gut schreiben.

Hazel Grace leidet unter Lungenkrebs seit sie 13 Jahre alt ist und ihr Freundeskreis hat sich auf die 18 jährige und sehr merkwürdige Kaitlyn und ihre Eltern beschränkt. Erstere sieht sie äußerst selten (genau genommen nur einmal auf 313 seiten) und Zweitere andauernd, da sich ihre Mutter immer im Umkreis von 3 Kilometern befindet.

Um dies zu ändern wird sie von ihrer Mutter in eine Self Support Group für Krebskranke geschickt. Dort trifft sie Augustus den besten Freund von Isaac, einem Augenkrebs“patienten“.
Er ist der erste heiße Junge, den sie je dort getroffen hat und hört einfach nicht auf, sie anzustarrten. Was Hazel gefällt.
Als er auch noch eine ebenso philosophische Redeweise wie sie zeigt und sie galant auffordert, mit ihm zu Hause V for Vendetta anzugucken, willigt sie ein. Augustus, der bereites ein halbes Bein an Knochen krebs verloren hat, macht von dem ersten Dialog an schon klar, dass er Hazel als sehr viel mehr als nur eine gute Freundin sieht, aber sie hält ihn auf Distanz;

“I’m a grenade and at some point I’m going to blow up and I would like to minimize the casualties, okay?”

Um nicht zu viele mit ihrem eventuellen Tod in Trauer zu stürzen, will sie niemandem mehr nahe kommen – außer ihren Eltern, die sie, wie sie meint, nicht mehr verschonen kann. Und somit kann sie auch keine Beziehung mit Augustus beginnen – obwohl sie ihn liebt. Er gibt jedoch nicht auf, bleibt beständig bei ihr und versucht ihr klar zu machen, dass sie da keine Wahl hat – sie ist schon Teil seines Lebens.

Zwischen den beiden entwickelt sich sehr behutsam eine wunderschöne Beziehung, die den Rahmen eines herkömmlichen Krebsbuches sprengt. Eigentlich den Rahmen vieler Jugendbücher  – so kommt es erst auf Seite 203 (dem 2. Drittel des Buches!!!) zum ersten Kuss.
Zentrales Thema ist auch Hazels Lieblingsbuch An Imperial Affliction, das sie erst Augustus zu lesen gibt und dessen Autor sie später gemeinsam in Niederlanden aufsuchen. In dem Buch leidet die Protagonistin auch an Krebs, allerding endet es mitten im Satz und Hazel will unbedingt erfahren, was mit all den Charakteren nach dem unvermittelten Tod der Protagonstin passiert.

Der Autor Peter Van Houten entpuppt sich allerdings als Alkoholiker und ziemliches Arschloch. Später reist er zwar nach Amerika, um sich zu entschuldigen und seine Mails und Gespräche sind meist hochphilosophisch und bilden auch das Ende des Buches, aber die hohen Erwartungen Hazels hat er längst zerstört.

In den Niederlanden teilt Augustus Hazel mit, dass sein Knochenkrebs zurückgekehrt ist. Bei Rückkehr verschlechtert sich sein Zustand,  Hazel besucht ihn noch oft, aber er ist meist nicht ansprechbar und stirbt bald darauf.

Hazel will nach der schrecklichen Beerdigung eigentlich nichts mehr von der Welt wissen, findet aber Schritt für Schritt wieder Hoffnung in den Lebensplänen ihrer Eltern und entdeckt zu Schluss noch einen Brief Augustuts an Van Houten, in dem er seine Liebe zu Hazel und seine Hoffnungen für sie niedergeschrieben hat. Ende.

Ich muss sagen, ich mag das Buch. Sehr sogar.
Ich mag Hazel, dieses so uncharmante schlagfertige überhaupt nicht wunderschön typische langweilige Mädchen, das sich so selbstlos von der Welt abschottet, um nur ja niemanden mit ihrem Tod zu belasten. Sie ist eine so traurige und zugleich so anrührende Protagonistin.
Ich mag Augustus, den viel zu optimistischen, gutgelaunten und fast schon nervtötend sympathischen Junge, der es schafft, Hazel so zu verwandeln, wieder eine wenig Lebensfreude zu bringen – wo sie sich doch so lange dagegen wehrt!
Ich mag Isaac, den in der Mitte des Buches vollkommen erblindenden Freund von Augustus, mit dem sich trotz seiner Blindheit noch viel mehr Leser identifizieren werden – kurz bevor er sein zweites Auge verliert, verlässt ihn seine Freundin… Sie könne es ihm nicht antun, ihn danach zu verlassen… Man wütet mit ihm mit, als er den Keller von Augustus zerlegt und Eier auf das Auto seiner Exfreundin schleudert. Er leidet – obwohl er den Krebs überlebt hat – genauso sehr wie Hazel und Augustus.

Und ich mag den unsympathischen, trampeltierhaften Van Houten, mit dem sich der Autor sicher ein ein wenig identifiziert hat. Die Idee die Suche nach dem Ende ihre Lieblingsbuches als zentrales Thema zu formulieren ist auf ironische (und ein bisschen fiese) Weise ziemlich witzig. Wahnwitzig vielleicht. Denn damit sucht sie ja auch nach ihrem und vor allem dem Ende ihrer Mitmenschen nach dem/ihrem Tod.

Ein trauriges, das gebe ich zu, sehr trauriges Buch mit so vielen wunderbaren Momenten, dass man es lesen muss.
2014 kommt auch der gleichnamige Film in die Kinos -> hier zum Trailer (der mir persönlich sehr gut gefällt)

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