Der Badewolf

Es ist kalt, deine Füße frieren und die Wohnung ist dunkel.
Das Holz knarrt ganz leise, während du durch den Flur tappst. Auf dem Weg zur Toilette.
Das Bad ist klein, in bläulich dunkles Licht getaucht und auch kalt.
Deine Hand sucht nach dem Lichtschalter. Es raschelt.
Verwirrt hältst du inne. Und wieder raschelt es.
Deine Augen wandern langsam über den Duschvorhang. Er bewegt sich. Als würde Wind wehen. Aber das Fenster ist zu.
Du überlegst kurz, hast ein bisschen Angst, aber du musst aufs Klo.
Und so sitzt du dann da, nervös frierend auf dem Klodeckel.
Ein Gurgeln. Laut, tief und dann ein Rülpsen.
„Ähh, wer trinkt da mein Shampoo?“, fragst du mit dünner Stimme. Wahrscheinlich hört das Etwas in der Dusche das Zittern auch.
Kurze Stille. Der Vorhang bewegt sich, ein pfotiges Fellknäuel schiebt sich vorsichtig über den Porzellanrand. Ein schwarzes Fellnkäuel mit SHampooschaum und blitzenden Krallen.
Tastend schiebt sich die Pfote voran, berührt dein Bein, schreckt zurück. Und ist weg.
Ein kurzes Fiepen aus der Dusche. Dann ist es wieder ruhig.
Du sitzt kurz noch da, dann stehst du auf, willst den Vorhang zur Seite schieben.
Aber willst du wirklich wiessen, was in deiner Dusche sitzt?
Du kaust auf deiner Unterlippe, überlegst. Hin und her. Und gibst auf.
Dann kaufe ich eben mehr Shampoo, denkst du noch, als du wieder im Bett liegst.
Nächstes mal dann. Nächstes mal guckst du, wie der Badewolf aussieht.
Ganz sicher.

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