Gedicht für Mio und die Glühwürmchen

Mio, die Glühwürmchen verschwinden.
Sie verschwinden, ohne dass man es bemerkt und dann sind sie eines Tages weg, einfach weg.
Ein paar wenige schweben noch über dem nassen Sandkasten.
Ansonsten ist es trostlos. So ohne dich.
Und ich fühle mich einsam und allein. die Schaukel quietscht und irgendwo bellt ein Hund.
Ich wüsste gerne, wie es passiert ist.
Bist du einfach so aufgewacht und aus der Wohnung gegangen? Hast deine Jacke von unserem Sofa genommen, dem weiß roten, und hast beschlossen zu verschwinden?
Aber so geht das doch nicht Mio, so was macht man nicht. So ohne Abschied.

Mio, vielleicht bist du mit den Glühwürmchen verschwunden. Vielleicht saßt du auf der quietschenden Schaukel, dieser einen blauen, der mit der abblätternden Farbe, und hast ihnen Gedichte vorgelesen. Statt zu schlafen. Gutenachtgedichte vielleicht.
Mit deiner ruhigen kratzigen Stimme. Wie dein Bart hat die sich in meinen Ohren immer angefühlt.
Du hast ihnen ein Gedicht vorgetragen. Um Liebe ging es und darüber, dass du sie nie verstanden hast.
Und als du beim letzten Fragezeichen aufgeblickt hast, so wie man es bei einer Lesung tut, so wie du es immer gemacht hast, da blinzelte dir eines der Lichter zu.
Du vergaßt dann alles, einfach alles. Außer vielleicht dem letzten Fragezeichen.
Dann warst du weg.

Und jetzt muss ich schreiben.
Damit die Glühwürmchen wieder kommen. So wie früher.
Damit sie wieder zuhören.
Und vielleicht bringen sie dich ja mit.
Ach Mio, mein Mio, die Glühwürmchen verschwinden. Trotzdem.

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