Lichter der Katze

Blitzende Lichter, wummernde Beats, tanzende Lichter.
Die Menschen schlängeln sich zur Decke, strecken die Hände in die Luft, um sich wie Rauch in der Luft zu verlieren. Es ist dunkel, Lichtpunkte in Rottönen tanzen über die Masse. Stimmen, Musik, Gelächter.
Und inmitten der Menschen sitzt ein Katze mit orangen Flecken, sitzt da in der Mitte und leckt sich die Pfote. Mit grünen Augen blickt sie dich aus den Augenwinkeln an, die Augen zu Schlitzen verengt.
Sie erinnert dich an deine Mutter. Vielleicht wegen dem Blick, diesem leicht vorwurfsvollen. Vielleicht auch wegen dieser Halbmondbrille, die auf ihrer rosa Schnauze sitzt.
Die Katze beobachtet dich und du fühlst dich beobachtet und versuchst sie zu ignorieren.
Wodka bestellst du, den sechsten an diesem Abend. Wahrscheinlich kommt daher das Katzenvieh – von dem vielen Alkohol.
Da sitzt sie plötzlich neben dir die Katze, blickt dich schon wieder an. Und ist viel zu groß. Sie sitzt da gemütlich auf dem Barhocker, dem roten, und trinkt deinen Wodka wie Milch, mit der kleinen pelzigen Zünden, ein Tröpfchen nach dem anderen.
Und die ganze Zeit durchbohrt sie dich mit diesem Blick, mit dem grünen, vorwurfsvollen Blick unter dem du schrumpfst und zum kleinen Kätzchen wirst, das ängstlich maunzt und seine Milch zurück will.
Sie streicht dir über die Ohren, miaut und nimmt dich in den Mund, trägt dich weg. Weg von den vielen Menschen, weg von dem Licht.
Und am nächsten morgen wachst du dann auf und weißt nicht mehr, wie du nach Hause gekommen bist. Nur deine Mutter lächelt dir beim Frühstück zu. Was weiß sie?

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