24.Türchen: Illustrationen

Adventskalender 2012, Illustrationen

Juchei, Weihnachten. Und offiziell mein 55. Post auf diesem Blog, mit insgesamt 1101 Klicks… passt doch!

Zur Feier des Tages wieder ein paar Illustrationen;

Lichter der KatzeBadewolf Ernst des Aperols

(bei „Ernst des Aperol“ ist das Glas beim Scan leider verloren gegangen… einfach dazu denken!)

23.Türchen: Traum

Adventskalender 2012, Gedicht

So kurz vor Weihnachten noch ein letztes kurzes Gedicht. Einen wunderschönen 4. Advent, ihr Lieben… wo bleibt bloß der Schnee?

 

Emmy Hennings
(1922)
Traum

Ich bin so vielfach in den Nächten.
Ich steige aus den dunklen Schächten.
Wie bunt entfaltet sich mein Anderssein

So selbstverloren in dem Grunde,
Nachtwache ich, bin Traumesrunde
Und Wunder aus dem Heiligenschrein.

Und öffnen sich mir alle Pforten,
Bin ich nicht da, bin ich nicht dorten?
Bin ich entstiegen einem Märchenbuch?

Vielleicht geht mein Gedicht in ferne Weiten,
Vielleicht verwehen meine Vielfachheiten,
Ein einsam flatternd, blasses Fahnentuch…

 

22.Türchen: Lila Fieber

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Die Lippe blättert ab, die Hände fangen an zu tropfen.
Der Boden wird zu einer Pfütze aus Farbe, einem Fluss, einem Meer, schwemmt mich weg. Mich mit den tropfenden Händen.
Ich schwimme oben, blicke in den Himmel, der kein Himmel mehr ist, sondern nur eine Kuppel voll von Worten. Sie stehen da im Nichts, klingen, manchmal leise, manchmal gar nichts und warten. Warten, dass man sie liest, spricht, schreibt.
Und ich kann es nicht. Ich schlucke die Farbe, schmecke trotzdem nichts. Kann nicht sprechen, nichts tun, nur beobachten.
„Weltuntergang“, „Kaptitalistischer Konsum des Überflusses“, „Allheilmittel“, „Schreibblockadelösende Schokolade“, „vegane Klamotten für den Super-Öko“ schwirrt es durch die Kuppel.
Der Kopf brummt, die Farbe strudelt und ich schwimme in der Mitte, die langsam nach oben steigt zu den Worten.
Und die flüstern leise in meine Ohren udn kitzeln mich an der Nase. Und dann oben, hinter all den Worten ist nichts mehr. Gar nichts. Ich hänge unter der Decke, atme und höre meinen Herzschlag.
„Stimmerkennung!“, knarzt eine Computerstimme durch den Raum.
„Aber ich kann doch gar nicht sprechen!“
Eine Tür öffnet sich rechts, ich werde hineingeschoben und stehe dort. Allein.
Der Gang ist weiß und in neonlila Licht getaucht. An kleinen Fensterfronten rinnt Regen runter – draußen ist alles grau, innen lilaweiß. Kein Geräusch, wieder nur mein Atem und mich. Sonst nichts.
Also gehe ich, tapse durch den Gang. Barfuß. Mir ist kalt. Das Weiß ist kalt. Die Luft ist kalt.
„Ach Schätzchen.“ Wieder die Computerstimme. „Ich weiß ich weiß. Daran arbeite ich noch. Sonst läuft ja alles pico bello. Aber diese Kälte. Du hast ja Recht! Warte, ich dreh die Heizung auf, ja? Willst du noch einen Tee?“
Plötzlich ist da eine weiße Hand auf meiner Stirn.Und die Stimme wirkt so echt. So warm.
„Ach du hast ja Fieber, Schätzchen! Blieb ruhig liegen. Ich mach das schon“

21.Türchen: Einsamer Kaffee

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Sein Gesicht ist erstarrt.
Inmitten der wabernden Leere steht er mit deser Fratze, diesem enstellten Ausdruck von unfreiwilliger Attraktion des übelsten Ausmaßes. Er steht da und glotzt.
Er starrt über die Straße, über die Dächer der Autos, in das helle Fenster zu dem jungen Mann mit dem grünen Pullover. Zu ihm mit den blonden Wimpern, den dunklen Augen, den schönen Händen. Zu ihm, dem jungen Mann in dem Kaffeeshop.
Und der bemerkt nichts von der Fratze auf der Straße. Sitzt nur da und blickt in seinen Kaffee, der ihn anzublizeln scheint. So, als würde er seufzen.
„Ach Junge, warum bemerkst du bloß nichts? Warum sitzt du hier und starrst mich an und nicht all die Menschen, die dich bewundern?“, scheint ihn sein Getränk zu fragen.
Aber der Junge riecht nur den Kaffee und hört nicht, was er sagt und sieht nicht, wer ihn sieht.
Bemerkt nicht all die Fratzen um ihn herum. Die ihn fixieren.
Er trinkt seinen Kaffee, der Fratzenmann blickt dem Jungen hinterher, als der einsam und mit eingezogenen Schultern die Straße hinuntergeht. Der grüne Pullover verschwindet. Und der Mann wacht auf.

20.Türchen: Isardialoge 2

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Licht. Aus einem blauen Feuerzeug.
Es ist noch hell, so um 10 Uhr, und dein Nachbar spürt die Erleuchtung. Nach dem dritten Becher Wodka weiß man wohl mehr.
„Weißt du, was Doris Dörrie zu mir sagte?“, sagt er und du wunderst dich, dass er überhaupt noch weiß, wer Doris Dörrie ist.
„Es gibt immer jemanden, der besser ist. Der deine Geschichte schon geschrieben hat. Aber du, du hast sie noch nicht geschrieben. Verstehst du?“
Er nimmt noch einen Schluck und dir fällt auf, dass er einen Piercing hat. In der Unterlippe, gerade so, dass man immer draufstarren muss. Ohne es zu wollen. Es steht ihm nicht – er ist eher der Tatoo-typ. Einmal den Schriftzug „Mama“ oder „My own Darling“ auf dem Bizeps.
Du lachst. Aber er bemerkt es nicht.
Du fühlst dich allein. Es ist doch kalt.
Und plötzlich musst du an den Jungen mit den dunklen Haaren denken – die so wirkten, als hätte er eigentlich lange und jemand hätte sie ihm heimlich gekürzt. Nicht, dass sie schlecht geschnitten waren – sie sahen gut aus. Aber sie passten nicht zu ihm.
Er hat dir die Bierflasche an seinem Board geöffnet.
Und du bist leicht rot geworden, hast gelächelt und einen Schluck von der lauwarmen Brühe genommen. Er hat dir sogar ein Stück von seinem Veggieburger angeboten. Du hast nicht die stupide Frage gestellt, wieso er vegetarisch isst. Stattdessen musstest du an den einen Typen aus der Bibel denken. Der, der auch lange Haare hatte und sein Alkohol und sein Brot teilen wollte.
Aber als du ihn unauffällig gemustert hast, um sicher zu gehen, dass du den Heiligenschein nicht übersehen hast, hat er dich mit deinen Gedanken alleine gelassen und sich wieder seiner Sitznachbarin zugewendet. Und dann kam der gepiercte Junge.
Leicht verärgert sitzt du jetzt da und hoffst, dass er nicht schon gegangen ist.
Spielst mit deinem Armband, fragst dich, wo eigentlich deine Freunde geblieben sind und beobachtest das Feuer, das in der Nähe flackert.
Einer hat Marshmellows ausgepackt und versucht eins mit einer leeren Flasche über den Flammen zu balancieren.
Was nicht funktioniert.
Wahrscheinlich brennen nicht das Holz und die Kohle, sondern nur die schaumigen Süßigkeiten, die der klobige Junge fallen lassen hat.
Der Geruch erinnert dich an deine Grundschulzeit. In der du an den kleinen selbst entfachten Feuern mit deinen Freunden die klebrige Masse mit den Zähnen vom Stock gepult hast. Danach waren die Zungen rot gebrannt, aber du trotzdem selig.
Als du aufstehst, um dich an das Lagerfeuer zu setzten, merkst du kurz, dass du auch schon ein wenig beschwipst bist. Du wankst wie auf der einen Schifffahrt nach Norwegen, in der das Schiff durch meterhohe Wellen gezogen ist. Aber du kämpfst dich vor zu den Flammen.
Im warmen Schein studierst du die Gesichter – es sind nur Jungs. Und dir gegenüber sitzt der, den du gesucht hast.
Überrascht grinst du ihn an – vielleicht etwas überschwänglich – und er erwidert deine Mimik leicht ironisch mit einem schiefen Grinsen. Ihm würde der Piercing stehen. Aber dann würdest du ihn nur noch anstarren.
„Marshmellow?“, bietet er dir an. Du genießt den Zuckerschock. Mit dem leichten Biergeschmack schmecken sie noch besser als in deiner Erinnerung.

 

Fortsetzung???

19.Türchen: Schwarze Winterflecken

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Ein schwarzer Vogel fliegt quer durchs Zimmer. Von unten links nach oben oben rechts zum bleiernden Jesus.
Er fliegt, blinzelt, nickt kurz und verschwindet in der starren Winterluft.Der rotgesichtige Mann vor uns am Pult redet und redet. Von Nichtigkeiten, vom Unnötigen und Unwichtigen.
Und der Vogel fliegt immer noch – bestimmt tut er das – während ich hier sitze und schwarze Flecken in dem kalten Blau beobachte und versuche, so anders wie nur möglich zu denken. In Winterwäldern und Schneegedanken. In kristallenen Ideen und Kitschbildern.
Der Vogel sitzt neben mir. Isst mein Pausenbrot. Vielleicht ist es derselbe, der vorhin zu Jesus geflogen ist, vielleicht auch einer der anderen.
Ich blicke aus dem Fenster in den Winter.
Nichtigkeiten, das ist es.
Das ist Schule.

 

Nun doch endlich mal Schuldepressionen. Immerhin kurz gehalten =)

18.Türchen: Korruption der Natur

Adventskalender 2012, Gedicht

Ann Cotton
(2008)
Korruption der Natur

Kaulquappe, peitsch mich, komm, das kannst du
wenn du dich ein bisschen zusammenreißt, kannst du
das sehr schön. Es liegt in deiner Natur. Ich liege doch da,
weiß, im gefriernahen Alpenwasser, nackt,
zitternd, geheime Gänsehaut, komm, mach es einfach, schlag zu.
Mir ist egal, ob du später Mönch wirst
oder ein Forscher, ein Moloch, oder einen verdammten
Unkenruf kriegst. Jetzt bist du das hier und,
Gott, ich bitte dich, schlag mich, du Quappe

 

Die Gedichte nehmen gerade etwas überhand, aber das hier ist einfach zu gut, um es euch vorenthalten… ihr Quappen!

17.Türchen: Idiot auf Kacheln (Molle Teil 2)

Adventskalender 2012

Heute (endlich!!!) die Fortsezung von „Nächte sind was für Idioten“, der Molle-Kurzgeschichte. Freuet euch!

Das Zigarettenmädchen hatte Recht. Wodka ist was für Idioten und eigentlich ist Molle kein Idiot. Aber als er über der Kloschüssel hängt, fühlt er sich extrem idiotisch.
Das Bad ist zu weiß, beschließt er, als sein Magen leer ist. In so etwas wohnt man doch nicht. Wie eine große Schuhbox ist das, da wohnt man ja auch nicht. Eine Box für Schuhe von Prada. Oder Chanel.
Einfach zu weiß. Fehlt nur noch das Goldpapier.
Er wäscht sich den Mund und die Hände und setzt sich auf den Klodeckel. Was für ein merkwürdiger Abend. Wo war Mark eigentlich? In den Armen der Blondine? Oder über einer der anderen zu weißen Kloschüsseln?
Er ist so müde. Das Zimmer dreht sich, wie in einem zu langsamen Kinderkarussel fühlt er sich. Er schließt die Augen und die Hintergrundgeräusche verschwinden in einem Strudel aus Weiß und der Kälte der Keramikplatten.

Irgendwas ist zu laut. Dieses ungleichmäßige Pochen. Was für ein Beat. 
Molle blinzelt gegen all das Weiß.
„Hey! Welcher Idiot blockiert da die Toilette?“, grölt eine Frauenstimme.
Er kniet, fährt sich übers Gesicht und stöhnt.
„Maaaaannnn! Lucy. Was für eine Babyparty. Warum musste ich diesmal mit?“ Die Stimme kennt er doch. Das Zigarettenmädchen. Oder?
„Ach komm, du hast doch Spaß. Hab dich doch mit dem blonden Jungen vorhin gesehen. Süß. Vielleicht ‘n bisschen jung, was?“
„Im Gegensatz zu deinem Hundetyp versteht er, was ich sage…“ Lachen.
Das Zigarettenmädchen, das mag er irgendwie. Wie die andere wohl aussieht? Wahrscheinlich ist sie blond, mit langen Haare und einem kaum geschwungener Mund mit zu rotem Lippenstift. Das würde zu einem der Hundetypen passen. Vielleicht im Rock, kurz natürlich. Und ein leichtes Top.  
„Im Ernst. Wie lange willst du noch bleiben?“
„Du willst echt abhauen? Wie immer?“, fragt diese Lucy
… Schweigen …
„Das nervt. Musst du immer wegrennen?“
„Pff, ‘wegrennen‘.“ Da ist sie wieder, diese verrauchte Stimme. „Sei nicht so dramatisch. Ich renne nicht weg. Ich gehe weg. Ich schlendere. Wenn überhaupt.“
„Verdreh mir nicht immer meine Worte! Ich hasse das.“
 „Ach, das hasst du? Ich hasse es, bei solchen Partys zu bleiben. Bleiben ist generell schrecklich. Wozu auch? Philosophen sitzen nicht kotzend neben ihrer Wodkaflasche!“
„Philosophen. Das ist es, was du suchst?! Wir, ich und Mara und Cori reichen dir nicht? Wir sind zu uninteressant, richtig?“
„Was willst du jetzt hören? Ein Nein? Oder Ja?“
„Ich will nichts hören. Rein gar nichts! Weißt du was, lass es einfach, ja?! Lass mich einfach und renn allein weg. Ich bleibe!“
„Hey…“
 „ …und jetzt setz ich mich neben die Wodkaflasche und kotz ein wenig. Gute Nacht!“
„…“
„Alles okay?“, fragt Molle.
Das Zigarettenmädchen dreht sich zu ihm um, blickt ihn kurz stumm an. „Du bist es. Auf der Toilette gepennt?“ Sie zieht eine Zigarette aus der Hosentasche – ein wenig krumm, zerknittert, aber sie zündet sie trotzdem an.
„Vor der Toilette“ Er grinst. Er fühlt sich, als würde er Grimassen schneiden, aber sie nickt ihm zu.
„Ist auch bequemer. Wirklich kein Idiot, was? Dacht ichs mir.“
Molle findet auf-den-Kacheln-schlafen zwar genauso idiotisch, fühlt sich aber geschmeichelt.
„Willst du kurz mit raus? Nur vor die Tür, oder in den Garten. Tut dir bestimmt auch gut.“

 Fortsetzung 

16.Türchen: Verfahren

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Hier wieder eine „alte“ Geschichte, noch aus Zeiten der Schreibwerkstatt. Meine erste Schreibübung… jaja, damals.

Das hier wird wohl mein erster Anfall …
Maske? Erinnert an Venedig … Biennale mit Cori und ihren Dreads auf dem Boot in der Lagune.
Schwarzweiß, blass, mit Pluderhose. Von hinten.
Sie steht allein hinter der Reling und blättert gedankenverloren in einem zerfledderten  bunten Heftchen, möglicherweise bunt – wir sehen alles in Graustufen.
Wir sitzen hinter ihr und beobachten,
schreiben eifrig.
Setzen nicht ab und warten auf Veränderungen – wie ein Adler wachen wir über ihr Tun.
Der Wind brennt im verbrutzelten Gesicht.
Wie der Sand, der sich manchmal in die Sonnencreme mischt.
Wieso macht sie nichts?
Das Schiff zieht an Pinienwäldern vorbei. In Venedig?
Wir müssen uns verfahren haben – vielleicht Kroatien.
Ein Gast sitzt in dem verglasten Inneren und beäugt misstrauisch das Mobiliar.
Vermutlich hat er das Desinfektionsspray schon gezückt.
Um seinen Hals baumelt eine Elchtasche – wohl Norweger.
Eine merkwürdige Reise. Was wohl die Frau mit den Dreads macht?
Nichts.
Zwei Füchse streifen durch die vorbeiziehenden Wälder.
Oder sind es Katzen?
Wo ist bloß unsere Brille?
Drinnen wird das Essen aufgetragen. Der Norweger beäugt skeptisch seine „moules“ – hat wohl richtigen Fisch erwartet.
Die Frau zückt ein kleines Kästchen – wir können wieder nichts erkennen. Wo bleibt die Brille?
Und dann bleibt alles, wie es angefangen hat.
Die Frau mit den Dreads steht wieder unbewegt.

15.Türchen: Die neuen Fernen

Adventskalender 2012, Gedicht

 

Joachim Ringelnatz
(1931)
Die neuen Fernen

In der Stratosphäre,
Links vom Eingang, führt ein Gang
(wenn er nicht verschüttet werde)
Sieben Kilometer lang
bis ins Ungefähre.

Dort erkennt man weit und breit
Nichts. Denn dort herrscht Dunkelheit.
Wenn man da die Augen schließt
und sich langsam selbst erschießt,

Dann erinnert man sich gern
An den deutschen Abendstern.

 

Wuihuu morgen gehts auf nach Garmisch zum Boarden! Waahhh! Endlich!

14.Türchen: Der Badewolf illustriert

Adventskalender 2012, Illustrationen

Hier ein Plakat zu dem süßen Badewolf. Die Zeichnungen stammen von mir und meiner Schwester, die hier übrigens auch bloggt (allerdings noch ein Frischling ist…); Guckt doch mal bei ihr vorbei!

IMG_8986 IMG_8987 IMG_8977 IMG_8976 IMG_8970

13.Türchen: Winterninjas und ihre Taschenhunde

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Alles weiß und knarzig. Die Sohlen knirschen auf den Wegen. Die Passanten sehen alle so anders aus. So schwarz, so vermummt, so verbrechermäßig, so ganz und gar unheimlich. Nur die Omas mit ihren weißen Locken werden zu Ninjas, die sich anschleichen ohne gesehen zu werden. Sie verschmelzen mit dem Hintergrund, mit all dem Weiß. Wie Chamäleons. Plötzlich stehen sie vor dir an der Kasse und du blinzelst nur verwirrt, bis sie anfangen ihr Kleingeld abzuzählen… diese Tätigkeit wird im Winter nicht beschleunigt.

Winter ist die Zeit der Omas, der Alten.
Wäre da nicht all das Eis. Auf dem sie ausrutschen mit ihren Rollatoren und den schlechten Schuhen und so. Und nicht all der Schnee, der sie total wuschig macht, weil er so nass und kalt ist. Und sie plötzlich viel zu viel sehen. Sogar ohne Brille.
Das Schlimmste ist aber, dass sie ihre kleinen Taschenhunde verlieren. Diese winzigen Hunde, meine ich, die Chihuahuas und Möpse und Dackel, all die, die im Gulli verschwinden könnten. Die fallen ihn aus der Tasche, die armen Hunde. Immerhin ist es schön weich. Die Frage ist nur, wie viele dieser Hunde sich schon verabschiedet haben und wie viele unauffällig ersetzt wurden.
Vielleicht macht ihnen das gar nichts aus, vielleicht verschwinden sie ja freiwillig im Schnee. Wahrscheinlich bauen die sich kleine Iglus und unteriridische Gänge und leben dann da gemütlich mit Tee und Lebkuchen, die ihnen Kinder zustecken, die ab an mal aus Versehen sich zu den kleinen Hundestädten durchbuddeln.

Dort schlafen alle in einer große Höhle, nach außen hin als Schneehaufen an einer Straßenecke getarnt. Wenn ein paar ungelenke Babies drauf landen, bröckelt die Decke ein wenig, ansosten ist es erstaunlich stabil.
Gegessen wird im gemeinsamen Speisesaal mit Weihnachtsbaum und Festgans an Weihnachten. Die unterschneeische Verständigung ist etwas schwierig (bei zu lautem Bellen würde die Schneedecke nachgeben), aber es existiert bereits ein ausgeklügeltes System der EiszapfenMorseCodeTelefonie. Manchmal hört man es dann doch außerhalb der Schneedörfer leicht summen. Ein wenig wie ein Bienenschwarm nur angenehmer und in Weihnachtsmelodien…
Nur die Alten, die bemerken das nicht. Die spielen weiter Winter-Ninja und zählen Kleingeld.
Winter, das ist die Zeit der Taschenhunde.

 

12.Türchen: Napuka Teil 4

Adventskalender 2012

Tadaaa. Und hier der letzte Teil.. ach, was bin ich stolz!

Rennen. Immer weiter rennen. Ich stolpere über Berge von Sandkörnern, über ein Stück Treibholz, und sinke bei jedem Schritt ein.
Mein Zeh fängt wieder an zu bluten. Ich lasse mich in den Sand fallen, bleibe auf dem Bauch liegen und beweine meinen roten Zeh. Beweine diese Insel und die großen Ungerechtigkeiten der Welt, die alle mir angetan werden.
Die Tränen schmecken wie Krankenhaussuppe – viel zu salzig. Wie das Meer.
Und sie erinnern mich an vorhin. Als ich mit Patrick ins Wasser gesprungen bin. Als noch alles in Ordnung gewesen ist. Zumindest besser als jetzt.
Cori hat ja Recht. Ich weiß nicht, warum ich hier bin. Nur, wieso ich gekommen bin.
Ich bin hierher gekommen, um endlich mal allein zu sein – ohne meine Eltern, ohne beste Freunde und ohne Kontakt zur Restwelt.
Und jetzt, da ich es bin, ist es doch das Falsche. Das Alleinsein ist nichts für mich.
Ich hätte nicht wegrennen sollen. Aber ich bin noch nie jemand für stundenlange Wortschlachten gewesen.
Dass es ganz anders liefe, wenn auch ich andauernd meine Meinung rumposaunen würde, haben die anderen nicht bemerkt.
Und dass ich trotzdem anwesend bin und mich um einiges kümmere, stört sie wohl.
Sie, Patrick und Cori. Cori. Ich wische mir die Tränen aus dem versandeten Gesicht.
Und ich dachte, sie versteht mich.
Versteht, dass mich die Sauferei und das andauernde Warten nerven.
Das Warten auf diese gottverdammten Wale, die mit ihrem gelegentlichen Auftauchen alles durcheinander bringen. Die Wale, die heute Abend alles kaputt gemacht haben. Die Wale, die …
Ich setze mich ruckartig auf. Streiche die Sandkörner von der Wange und blicke raus aufs Meer.
Die zwei Lichter schaukeln dort immer noch, nur etwas näher als vorhin.
Die wollen unsere Wale! Unsere Buckelwale – die wir entdeckt haben!
Coris Stimme klingt noch in meinen Ohren, als ich wieder losrenne. Immer weiter. Zu unserem Boot.

Das Dorf ist winzig. Und so finde ich leicht zu der kleinen Bar.
In dem zu hell erleuchteten Raum sitzen fünf Männer. Alle an einem Tisch, Karten spielend und trinkend.
Als ich durch die Tür komme, blicken sie erstaunt auf.
„I need your help.“ Allgemeines Schweigen. Ein Älterer mit schwarzen Pigmentflecken im Gesicht teilt dem Jüngeren neben sich etwas im Inseldialekt mit, eine Mischung aus Französisch und anderen
undefinierbaren Einsprengseln. Nur verstehe ich leider kein Französisch.
Ich höre mit gerunzelter Stirn dem Gespräch zu, das sich mittlerweile auf den gesamten Tisch ausgeweitet hat.
Wahrscheinlich überlegen sie gerade, wie sie mich am leichtesten um die Ecke bringen können.
„How many?“, fragt einer der Insulaner.
„Uh, what?“, antworte ich gekonnt charmant.
Er steht auf und wiederholt seine Frage. Und ich habe noch immer keine Ahnung, was er meinen könnte.
„How many bottles?“ Oh, er denkt, ich will noch mehr Alkohol. Ich schnaube belustigt.
„I don’t want bottles. I need your help.“
Er blickt mich kurz mit seinen schwarzen Augen an und übersetzt dann für die anderen, die ihn mit Fragen bestürmen.
„We cannot help you – you are not one of us.“
„But it’s not about me, there are some ships hunting down your whales!“
Er hat nicht alles verstanden, aber „your whales“ hat ihn zum Schmunzeln gebracht. Was soll daran bitte lustig sein?
„They’re not ours. They’re free. In the sea, ya know?“  Er lacht, und der Rest stimmt ein. Können wohl doch Englisch.
„Hey, that’s not funny – they will be murdered by the boats out there!“ Ich schreie.
Er blickt mich leicht verwundert an, reagiert aber gelassen. „How many?“
„Two.“ Ich zeige es mit den Fingern und er nickt.
„They are our fishing boats, ya know? Fishing for …. des maquereaux“ Er grinst.
„Des what?“ Ich verstehe nichts. Absolut nichts.
„Des maquereaux…des Lisettes? Ya know, right?“ Er hebt entschuldigend die Schultern.
Einer der Männer steht auf und hält mir einen undefinierbaren Brocken unter die Nase, und am Geruch erkenne ich, was es sein soll. Fisch … vielleicht Sardinen oder Makrelen.
Die anderen grölen und der Mann geht weg.. Ich blicke ihm verwirrt hinterher. Woher hatte er jetzt den Fisch?
Mein Gesprächspartner klopft mir lächelnd auf die Schulter und lässt sich wieder auf seinen Stuhl fallen.
Ich stehe da. Komplett versteinert.
Dann … dann habe ich doch wieder nichts gemacht. Bin hierher gekommen – ohne was zu erreichen. Warum eigentlich immer ich?
Ich schleiche aus der Bar in das Dunkel und blicke zur gegenüberliegenden Inselhälfte. Über dem Wasser sieht man den Leuchtturm. Er ragt groß empor und wirft gelegentlich sein Licht hierher,
dreht mir sein Auge zu. Beinahe, als würde er mir zuzwinkern.

11.Türchen: Napuka Teil 3

Adventskalender 2012

Aufgrund von akuter Kreativlosigkeit heute Teil 3 statt einem neuen Gedankencrush. Genießt! =)

Patrick ist nicht da, nur Lukas sitzt in der Mitte des Raums und grinst idiotisch. Cori baut sich vor ihm auf.
„Draußen ist ne Flotte – wo ist Pat?“ Ich sehe ihn durch das Fenster über die Reling des Rundgangs kotzen.
Zum Glück muss ich das nicht riechen.
„Häh … wasn für ne Flotte?“ Lukas runzelt mal wieder verständnislos die Stirn und kneift die Augen zu. Hinter Cori befindet sich die einzige große Lichtquelle.
„Walfangflotte“, spucke ich aus – weiß der eigentlich rein gar nichts?
„Was? Wo?“ Patricks Stimme ist viel zu schrill und zu hoch – am liebsten würde ich mir die Ohren zuhalten, besitze aber sogar jetzt noch genug Anstand, es nicht zu tun.
„Draußen, direkt vor dem Turm, Fridi hat sie gerade entdeckt. Sie …“ Cori gestikuliert wild. Lukas versucht, ihren Händen mit den Augen zu folgen – was ihn im Moment eindeutig überfordert.
Patrick wirft mir einen fragenden Blick zu, als ich breit grinse, ignoriert mich aber ansonsten. Hält mich wahrscheinlich für komplett dicht.
Aber mein Denken ist wieder normal schnell, muss an dem Adrenalin liegen. Zumindest fast normal.
Bei Pat liegt die plötzliche Nüchternheit wohl am Kotzen. Und bei Lukas ist sie noch nicht eingetreten.
„… müssen sie stoppen!“, endet Cori.
„Und wie?“ Patrick läuft nervös auf und ab. „Viel ausrichten können wir ja nicht, was haben wir denn schon?“
„Funk?“, schlägt Cori vor, aber er winkt sofort ab.
„Und wieso nicht?“, frage ich.
Beide blicken mich überrascht an, so als hätte ich sie gerade bei einem einsamen Gespräch gestört. Dabei stand ich doch mehr als deutlich mitten im Raum.
„Was sollen wir denen denn sagen, Fridi? ‚Könnten Sie bitte abdrehen – die Wale, die sie jagen, sollen katalogisiert werden‘? Bullshit!“
Ich hab ihn noch nie Fluchen gehört. Und es will auch nicht zu seiner Stimme passen.
„Lieber: Verpisst euch, Fucker! Das sind unsere Viecher!“, ruft Lukas und stößt ein wieherndes Lachen aus.
Cori ist in der nächsten Sekunde bei ihm und verpasst ihm eine schallende Ohrfeige. Hoffentlich hinterlässt die einen schönen Abdruck.
„Verdammtes Arschloch! Kannst du nicht einmal nicht nur an dich denken? Das ist so erbärmlich! Nicht mal das ist dir wichtig! Dabei ist das unser verdammter Job! Und du kannst nur wieder in der Ecke hängen und an dich selber denken! Was zum Teufel machst du dann eigentlich hier?“
Endlich. Es hätte ihm schon längst jemand mal die Meinung sagen sollen. Auch wenn ich es von Cori nicht erwartet hätte – sie ist sonst diejenige, die immer freundlich bleibt. Aber ich verstehe sie. Gestern noch hat sie mir vorgebetet, wie intelligent Wale seien und dass man sie schützen müsse und verteidigen gegen die bösen Waljäger und wie schön sie seien und dass ein Kleines ja schon mehr wiege als zwei ausgewachsene Männer, vorausgesetzt man nehme nicht zwei Sumo-Ringer zum Vergleich und …
„Cori!“ Patrick fasst sie am Arm. „Es reicht!“
Sie hört auf zu schreien und schnappt mit rotem Kopf nach Luft. Ihre Augen funkeln merkwürdig eisblau. Dabei hat sie eigentlich eher grünblaue Augen.
Lukas schrumpft unter ihrem Blick, bis er wie ein kleiner Hund wirkt.
„Aber ich …“
„Es geht hier nicht um dich, Lukas!“ Cori will sich beinahe wieder auf ihn stürzen, aber Patrick stoppt sie, indem er sich zwischen die beiden schiebt . Cori wendet sich ab.
„Cori hat Recht, es geht hier nicht um dich.“ Patrick kniet sich vor Lukas hin. „Nicht um dich, nicht um mich und auch nicht um Cori, verstanden?“
Er spricht so langsam und eindrücklich, dass sogar ich unwillkürlich nicke. So ernst habe ich ihn noch nie erlebt. Lukas vermutlich auch nicht, denn er hängt förmlich an seinen Lippen.
„Es geht hier einzig und allein um die Wale. Die sieben, die wir vorhin gesehen haben. Erinnerst du dich?“
Lukas nickt langsam. Wie hypnotisiert. Wie eine Schlange, die nach der Flöte tanzt. Und so gar nicht wie er selbst. Wie macht Patrick das bloß?
Von seiner sonst so unerträglichen Stimme geht ein Sog aus, der einen diesen gottverdammten Leuchtturm und den nicht mehr auszuhaltenden Job vergessen lässt. Jetzt weiß ich immerhin, wie er es immer geschafft hat, Lukas selbst im besoffensten Zustand zurück zu bringen.
Ich sehe, wie Lukas wieder widerstandslos nickt, und reiße mich los, wende mich ab.
Und blicke in Coris zusammengekniffene Augen.
„Was ist?“ Fast spucke ich die Worte aus. Dabei weiß ich, dass die Frage mehr als unnötig ist. Ich weiß, was los ist – alles ist zu viel.
„Dich interessiert das wohl gar nicht?“, sagt sie.
Ich starre sie fassungslos an.
„Und nicht mal jetzt sagst du was! Ich fass es nicht!“ Sie ballt die Hände zu Fäusten.
Unwillkürlich gehe ich einen Schritt zurück.
„Nur weil ich nichts sage, heißt das doch nicht …“ Meine Stimme ist zu leise. Irgendwie fremd. Ich schlucke.
„Natürlich interessiert mich das … sonst wäre ich doch nicht hier und …“
„Und warum bist du hier?“
Sie scheint auf eine Antwort zu warten.
Doch als ich dazu ansetzte, unterbricht sie mich sofort.
„Du bist hier, um diese Wale, diese …“ Sie zeigt auf das schmutzige kleine Fenster neben uns und meint wohl die Wale im Meer dahinter. „… zu schützen. Und das weißt du! Und was machst du? Rein gar nichts! Du sitzt immer nur da. Sitzt da und schweigst!“
„Rein gar nichts?“ Ich wiederhole es ungläubig, leise. „Ich bin doch die Einzige, die hier irgendetwas tut. Ihr besauft euch doch nur!“

10.Türchen: Napuka Teil 2

Adventskalender 2012

Sodala, der zweite Teil für euch. Ich lieeebe Schnee, hab ich das schon einmal erwähnt? Was für ein toller Tag, so weiß…

 

Im Boot albern wir herum und Lukas zeigt, wie wichtig er ist und steht breitschultrig hinter dem Steuer. Auf dem anderen Teil der Insel angekommen, springen Patrick und ich ins Wasser und schwimmen zum sandigen Ufer – bei der Hitze, die hier sogar nachts herrscht, sind wir spätestens in einer Viertelstunde wieder trocken. Die Abkühlung tut unglaublich gut.
Lukas versucht, mit dem Elektroboot an dem modrigen Steg anzulegen, und macht dabei eine Miene, die so dämlich aussieht, dass wir uns am Strand die Lachtränen wegwischen.

Bei der Rückfahrt sitzen wir Mädels am Steuer, da Lukas nicht einmal mehr gerade laufen kann.
„Mann, beherrsch dich, wir sammeln dich nicht auf, wenn du jetzt im Meer landest!“, rufe ich nach hinten, als er versucht, zu uns zu torkeln.
Wir brechen in lautes Lachen aus.

Ich fühle mich nicht ganz da, wie leicht neben meinem Körper. Alles ist leise und geht viel schneller als sonst. Nur das Denken nicht.
Als wir zum Leuchtturm schwanken, halten die Männer sich aneinander fest, und Cori kichert.
„Wie Babys, die laufen lernen.“ Gelächter. Sie flüstert mir ins Ohr: „Große betrunkene Babys.“ Und prustet los.
„Der Weg wellt sich“, sage ich, lache und stolpere über einen schwarzen Stein.
Mein Zeh brennt. Plötzlich ist alles rot.
„Verdammt, Fridi! Hey!“, ruft Cori. „Pat, wo ist der Verbandskasten?“ Sie rennt den Torkelnden hinterher in den roten Turm.
Ich warte. Es tut weh.
Licht kreist um den Turm. Ich gucke hinterher. Lenkt ab.
Draußen vor der Insel schaukeln zwei Lichter. Muss schön sein. Das Schaukeln. Auf dem Meer.
Cori rennt. Wie eine Orange mit Hose.
„Zeig mal.“ Ich halte den Fuß hin. Rote Flecken auf ihrem Bein. „Uuups, ey, keine Absicht, Cori.“
„Pst.“ Sie nimmt eine weiße Flasche und sprüht. Ich ziehe den Fuß zurück. Sie hält ihn fest und klebt was drauf.
„Was du auch immer machst …“, sagt sie. Schüttelt ihre Dreads. Sehen aus wie Schlangen. Oder wie ein Vogelnest. Ich lache.
„Habs … gehen wir?“ Ich stehe auf. Schaue zu den Lichtern.
„Fridi? Was ist?“ Sie greift nach meiner Hand.

„Ich will auch schaukeln!“, sage ich. Und zeige auf die wankenden Punkte.
Sie bleibt stehen. „Fuck, das ist ne Flotte!“ Sie schaut mich mit riesigen blauen Augen an. „Fridi! Das ist ne Flotte! Die wollen unsere Wale! Unsere Buckelwale – die wir entdeckt haben! Und das Kleine … das …“ Ich lege ihr die Hand auf die Schulter. Verstehe nix, ist aber egal.
„Patrick!!!“ Sie rennt los, ich hinterher. Hoch, zum großen Auge.

9.Türchen: Italienische Stadtfische

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Diesmal eine neue Art von Schreibexperiment. Ich bin beim Stöbern über Urlaubsfotos über dieses hier gestolpert und dachte mir, wieso nicht? Bild als Inspirationsquelle ist ja nichts neues, aber schickt mir ruhig mal eure Ideen, was man da noch dazu schreiben könnte…

IMG_8434

Der Fisch schwamm über die Hauswände und langweilte sich.
Warum streichen sie auch alle ihre Wände immer gleich? Warum nicht mal lila, blau, grün, feuerrot, dunkelbronze, meeresblau oder korallenfarben? Und warum haben sie bloß alle kein Fischfutter am Fester hängen? Sind Vögel etwa so viel interessanter als Fische? Oder bemerkt man uns bloß nie?
Ach Menschen sind schon dämlich.
Das kleine Dorf war echt gemütlich, die Häuser eigentlich sehr gut verputzt und angenehm zum schwimmen und eigentlich fühlte der Fisch sich generell auch ganz wohl. ABer ihm war so langweilig.
Unten, auf der Straße ging ein Touristengruppe vorbei, eines der Mädchen mit einer großen Kamera, die Eltern lachend auf der Suche nach dem nächsten Cafe.
Er blinzelte einem Mädchen in einem blauen T-Shirt zu, dass die Hauswand musterte, als säße ein Riese dahinter.
Und die hält mich wieder mal für ein Gemälde – falls sie mich überhaupt sieht.
Der Fisch kannte das Problem der Kurzsichtigkeit glücklicherweise nicht (Hallo, Fisch mit BRILLE???) und konnte so nur den Kopf schütteln vor lauter Unverständnis.
„Hey, da oben schwebt ein Fisch!“
Der Fisch erstarrte – hatte sie ihn etwa doch gesehen? Der Rest der Familie blickte erstaunt an die Hauswand. Tatsächlich war da ein Fisch. Aber weder schwebte er, noch bewegte er sich. Und er war alles andere als lebendig – er war eindimensional. Empörend! Was sich diese Italiener alles an die Wand malen. Tz.
„Wo genau hast du deine Brille nochmal gelassen, Sarah?“
Der Fisch verkniff sich ein Lachen und bewegte langsam seine Schwanzflosse – nur nicht aufs nächste Gebäude abtreiben. Da wohnt diese schrecklich 7-köpfige Familie mit nur einem Bad! Phu!
„Aber der bewegt sich wirklich!“
„Mhmm. Warte…“ Ein Blitz und ein leises Klicken. „Guck, das ist wirklich nur eine Art von Kunst. Eine Ahnung. Ne relativ realistische. Aber trotzdem nicht echt.“
Die Gruppe ging weiter, nur das Mädchen blickte sich nochmal um, kniff die Augen zusammen und winkte dem Fisch zu.
Und er winkte zurück.
Bevor er über den Balkon ins nächste Stockwerk schwamm.

8.Türchen: Napuka Teil 1

Adventskalender 2012, Meldung

Diesmal ein kurzes Vorwort.Napuka ist während der Schreibwerkstatt im Literaturhaus Müncehn enstanden und auch der Text, den ich bei der Lesung am Ende vorgetragen habe. Die letzten Tage habeich nun  erfahren, dass die Junge Texte Anthologie nun zum Kauf freisteht, Napuka befindet sich auch darin. Zudem ist die Anthologie des „Der Fuchs in uns“ von schreibfeder.de erschienen – welechen Platz ich belegt habe, weiß ich merkwürdigerweise immer noch nicht, aber meine Geschichte passt trotzdem ganz gut rein, d.h. theoretisch kann man bereits zwei meiner Kurzgeschichten käuflich erwerben…

Und bei all diesen wunderbaren Nachrichten ist mir aufgefallen, dass Napuka ja noch gar nicht geposted ist, nur ein zwei mal erwähnt wird. Wie schrecklich. Deshalb hier und jetzt der erste Teil der Story;

 

Die Dämmerung kriecht über den Strand. Langsam, als wäre selbst ihr die Hitze zu groß.
Eine einsame Möwe kämpft mit ihrem Abendessen.
Das Wasser rollt gemächlich über den Sand, hin zu der Möwe, die plötzlich in einem hellen Lichtstrahl steht. Sie scheint das nicht zu stören, endlich knackt sie den Panzer der grauen Krabbe.
Hinten, hinter ihr und hinter dem vielen Sand ruht der Leuchtturm. Alt und wie versunken markiert er den Beginn des Waldes. Gerade erst erwacht, dreht er sein träges Auge und erleuchtet die Insel.
Und oben, am Auge des roten Turms, sitze ich und beobachte, um nicht zu denken.
Ich beobachte das Wasser, die Möwe, die einsame Insel mitten im Nirgendwo,   blicke durch das einzige Fenster des roten Riesen, um nicht an die nächsten Stunden zu denken.
„Kommst du kurz mal?“ Cori flüstert, um niemanden zu stören. Dabei würde wohl jeder hier oben gerne abgelenkt werden.
Sie deutet mit ihren beringten Fingern auf den Rundgang und geht.
Draußen  weht ein leichter Wind und ihre orangene Pluderhose verformt sich zu fremdartigen Mustern.
Ich blicke auf, sehe ihre zerzausten Dreads, und sie grinst.
„Guck!“, ruft sie. Ich stelle mich neben sie an die alte Reling, und sie deutet auf das langsam grau werdende Wasser.
Ich kneife die Augen zusammen. „Was?“
„Na, was wohl?“ Sie lacht. „Die Hügel im Meer dort drüben!“
Draußen wellt sich tatsächlich das Meer. Womöglich eine Gruppe der riesigen Tiere, die wir seit Tagen suchen.
Eine grauschwarze Flosse hebt sich aus dem Ozean. Perfektes Motiv für eines dieser kitschigen Kalenderfotos.
„Endlich!“ Sie hüpft auf dem Metallboden auf und ab. „Ist das nicht wuuunderbar?“
„Mhmm, ganz wunderbar“, sage ich und meine nicht die Wale.
Sie lehnt sich mit dem Rücken an die Reling und blickt mich an.
„Hör mal ….“ Sie spielt mit ihren Dreads. „Ich dachte immer, einsame Insel, blaues Meer und weißer Sand – das reicht schon fürs Paradies. Und jetzt …“
„Jetzt stehen wir hier und denken: eine kleine Wohnung, draußen Regen und drinnen gemütlich mit nem Buch und Kaffee – das wäre das Paradies.“
Wir lächeln uns an, ich gucke wieder ins Grau und schweige. Eine Möwe fliegt an uns vorbei.
„Ich hol mal die anderen.“ Weg ist sie.
Ich warte und freue mich.
Freue mich, dass wir wieder reden. Die letzten Tage waren eintönig. Ich habe in meiner Schlafecke gelesen, sie hat ihre neue Hängematte gestrickt. Die anderen waren weg; die Insel erkunden, besser gesagt: die einzige Bar auseinandernehmen.
Wir redeten nicht, weil es nichts gab. Keine Wale und keine Veränderungen.
„Wo? Hast du das Fernglas?“ Patrick. Seine Stimme hört man immer als erste. Seine Stimme, die er so hasst – nicht nur Cori hat ihm den Spitznamen Eunuch verpasst.
Er schiebt sich neben mich und stößt einen Jubelschrei aus.
„Endlich – wie viele?“
„Sieben, und ein Kleines, scheinen Buckelwale zu sein, besonders große.“ Lukas setzt das Glas ab und grinst sein schiefes Grinsen, während er in das Verzeichnis schreibt, das bis jetzt noch größtenteils aus schmuddeligem Weiß besteht. Er ist der Größte in unserer Truppe – Patrick und mich überragt er um mindestens 30 cm – und verhält sich dementsprechend. Eingebildet.
„Du bist eine Heilige, Cori!“ Patrick geht vor Cori in die Knie, und sie wuschelt ihm lachend durch die braunen Strubbellhaare.
„Wir haben heute bloß mal Glück, das ist alles“
Lukas fährt sich mal wieder durch die Haare und lehnt sich lässig an den abblätternden roten Anstrich. „Darauf sollten wir anstoßen, oder Patrick?“
„Schon wieder?“, sage ich. Ist ja nicht so, dass sie das nicht jeden Abend machen. Und anschließend die halbe Insel durch ihr Gegröle aufwecken.
Er runzelt seine dauergerunzelte Stirn noch mehr und seufzt theatralisch.
Patrick stellt sich vor mich, um mir in die Augen zu blicken. Wie klein er ist.
„Ach komm schon – sei nicht so ne Spaßpolizei und feier mal mit, Fridi. Was soll man denn sonst hier machen? Muscheln sammeln? Sandkörner zählen? Das hält doch kein Schwein aus. Was glaubst du denn, warum sich die Einwohner hier ne Bar gebaut haben? Weil man das nur so überleben kann!“
Ich weiß, dass Cori bestimmt mit mir hier bleiben würde, aber … wieso eigentlich nicht?

7.Türchen: The Perks of Being a Wallflower/ Das also ist mein Leben

Adventskalender 2012, Bücher

Ich liebe Bücher, die einen danach stundenlang mit einem undefinierbaren Gefühl zurücklassen. Man sitzt dann auf dem Sofa und denkt und denkt und findet erst langsam wieder zu sich zurück. Solche Bücher liebe ich. Und meist sind das dann auch die Guten. Die Außergewöhnlichen.

das-ist-also-mein-leben

„The Perks of Being a Wallflower“(oh, wie ich dieses Wort liebe; es ist tatsächlich genau dasselbe wie „Mauerblümchen“, klingt bloß noch prüder) oder auf deutsch auch „Das also ist mein Leben“ von Stephen Chbosky besteht aus Briefen des 15-jährigen Charlies, der an einen wildfremden Jungen schreibt und so auch direkt den Leser anspricht.
Sein erstes Jahr an der Highschool verläuft recht eintönig, Charlie hat zuerst kaum Freunde, wenig Spaß und hört generell lieber zu, als selbst zu reden. Sein Englischlehrer Bill ist der erste, der Charlie etwas näher kommt, ihm beständig Bücher ausleiht und ihn ermuntert mehr zu unternehmen. Bei einem Footballspiel lernt er dann Patrick alias „Nichts“ und seine Stiefschwester Sam kennen, zwei ein wenig durchgeknallte und vor allem ältere Mitschüler, die ihn ohne Fragen in ihren Freundeskreis aufnehmen.

Mit ihnen erlebt er seine erste Party, bei der ihm ein Haschbrownie zugesteckt wird.
(Sam:) „Wie fühlst du dich, Charlie?“
„Ganz leicht.“ (…)
„Siehst du irgendwas, Charlie?“
„Licht.“
„Fühlt es sich gut an?“
„Ja.“
„Hast du Durst?“
„Ja.“
„Was willst du trinken?“
„Einen Milkshake.“
Und alle im Raum außer Sam brechen in Gelächter aus.
„Er ist stoned.“
„Hast du Hunger, Charlie?“
„Ja.“
„Was willst du essen?“
„Einen Milkshake.“

Auf derselben Party erfährt er auch, dass Patrick schwul ist, hat damit (was vielleicht auch an den Brownies liegen könnte) aber kein Problem. Außerdem verliebt er sich unsterblich in Sam, sagt ihr das auch bei nächster Gelegenheit und Sam lacht. Will aber nichts von ihm.
Als sie dann einen Freund hat, fühlt Charlie sich immer allein gelassener, bemerkt, dass der Freund seiner Schwester gewalttätig ist, erinnert sich an seine  Kindheit zurück (und die hier bereits miteinem eher traurigen Beigeschmack beschrieben wird), feiert seinen Geburtstag am 24. Dezember und fällt anschließend in eine Depressionsphase. Tante Helene, seine Lieblingstante, weil sie ihm früher immer 2 Geschenke gegeben hat (eines zum Geburtstag und eines zu Weihnachten!), starb als er 7 Jahre alt war an seinem Geburtstag und Charlie fühlt sich Schuld an ihrem Tod, da sie unterwegs gewesen war, um seine Geschenke zu besorgen. Generell fühlt Charlie immer mehr, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist. Er hat Depressionsphasen, wacht nach einem LSD-Trip im Schnee und halb erfroren auf und seine Eltern sagen deshalb rein nichts.
Seinen Freunden ergeht es auch nicht besser;
Patricks Freund wird von seinem Vater verprügelt, als dieser erfährt, dass er mit einem Jungen zusammen ist, und Patrick fällt auch in eine längere Depressionsphase, aus der ihm Charlie wieder raushilft. Sam ist unglücklich, weil ihr Freund sie von Anfang an kontinuierlich betrogen hat und wendet sich an Charlie. Sie fordert ihn auf, endlich mal das zu tun, was er wirklich will und nicht immer zu denken. Daraufhin küsst er sie, sie küsst zurück und es hätte DIE Nacht werden können, aber irgendwas hält Charlie zurück.

Später träumt er, dass Tante Helene ihm beim Fernsehen zwischen die Beine greift. Anschließend hat er einen Filmriss von über einer Woche;
Er wacht im Krankenhaus und erfährt, dass dieser Traum kein wirklicher Traum, sondern eine Kindheitserinnerung von ihm war; Seine Tante hatte ihn tatsächlich kontinuierlich missbraucht, anscheinend hatte er das aber erfolgreich verdrängt. Die Reaktionen darauf schildert er kaum –  dafür die Fahrt mit seinen Freunden; Er steht auf der Ladefläche des Pick-ups und fühlt sich frei.
Endlich.

 

Die Sprache ist am Anfang sehr unbeholfen; Kurze Sätze, teilweise recht merkwürdige Kommatasetzung. Mit dem Lesen der vom Englischlehrer empfohlenen Bücher wird der Stil der Briefe allerdings immer flüssiger. Zudem macht die Briefromanform es dem Autor möglich, wichtige Details wie eben den Missbrauch nur „Nebenbei“ zu erwähnen und das Augenmerk mehr auf die glücklichen Momente zu lenken, was dem ganzen eine unglaublich lebendige Wirkung gibt.
Großer Pluspunkt ist auch, dass es keinesfalls ein Happy End gibt und somit so ganz untypisch amerikanisch. Vielleicht ist das mit einer der Gründe, warum es in Amerika als ein Skandalbuch gehandelt wird; Der beiläufige Gebrauch von Drogen und Alkohol und die eine beinahe-Vergewaltigungszene einer Fremden bei einer Party gehören wohl auch dazu.

Und wahrscheinlich ist all das auch der Grund, warum es so gut ist. So betörend und verstörend. Es ist einer der Romane, den man gelesen haben muss, wenn man außergewöhnliche Romane mag. Außergewöhnlich in der Wahl des Protagonisten, der Sprache, der Geschichte, in dem Umgang mit schwierigen Themen und der Darstellung von Freundschaft, befreiender und genzenloser Freundschaft.
Ein Roman, der einen mit einem verschwurbelten Gehirn zurücklässt.

vielleicht-lieber-morgen20703954,15293336,highRes,maxh,480,maxw,480,Vielleicht+lieber+morgen+%28Bild%29

Das sind die Bilder zu dem Film, bei dem der Autor tatsächlich selbst Regie geführt hat. Erscheint im März auf DVD.

 

 

6.Türchen: Das Duell

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Die Laterne scheint hell über dem Kies. Es ist verhangen, undurchsichtig, dunstig, neblig und die Nacht flüstert von Betrügereien und Mordtaten.
Es knirscht, ein Paar Herrenschuhe nähern sich von der unbeleuchteten Brücke, der alten, leicht morschen. Ein Paar teure Schuhe mit grauem Anzug und gepflegten Fingernägeln. Sie verharren, erahnen den Anderen, den Zweiten.
Husten, laut und ungesund. Rascheln von Zeitungen. Zwei Turnschuhe, ungeputzt und getragen. Stille.
Beiden ist klar, was passieren wird. Was passieren muss.
Wie Hund und Katzte bschnüffeln sich die beiden, Naturfeinde. Ohne sich zu kennen, ohne eine gemeinsame Geschichte und trotzdem müssen sie sich jagen und zerfleischen.
Also warten sie.
Ein stummer Wortwechsel, ein Moment der Diplomatie. Denn wer steckt schon gerne ein?
Die Colts werden gezogen, der Hut ins Gesicht gezogen, gezielt.
Drei, Zwei, Eins. Schuss.
Außer dem leichten Rauch aus den schweren Waffen bewegt sich nichts. Vorsichtig schlängelt der Rauch sich in den Nebel, lockenähnlich windend, wie Korkenzieher. Tanzt zwischen den winzigen Wassertropfen, gibt der Szene einen Hauch von Sinn, eine Geschichte. Ein Blatt segelt auf den Kies.

Unbekannter und Ungenannter stehen vor der Laterne. Sie flacktert manchmal, die Brücke liegt im Dunkel und ein Blatt liegt vor den Turnschuhen.
Die beiden Männer wanken, fassen sich, nicken kurz und entfernen sich.
Der Ungenannte verschwindet hinter der Laterne, der Unbekannte wirft seine Turnschuhe in den Bach.
Das Wasser scheint zu glitzern, denkt er, und es dämmert wohl bald.
Es ist kalt und nass,
neblig und verhangen,
und sowieso;
Es ist Nacht.

 

Wui, und wieder ein Nacht-Crush (was für ein schönes Wort). Anscheinend kommen die Posts bei den E-Mail-Followern zur Zeit immer um einen Tag verzögert an… Auf dem Blog sind sie aber sofort nach Posting zu sehen, wer es also eilig haben sollte…. *zwinker* Auch wenn das Problem bei einigen nicht besteht; Die E-mails zeigen immer die erste Rohversion, der tatasächliceh Artikel/Post enthält meist weniger Rechtschreibfehler und ein zwei liebe Wort an den Leser. Lohnt sich also, auch direkt den Blog zu besuchen…

5.Türchen: Mein Wolf

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Es gibt Momente, in denen das falsche Lächeln unerträglich wird. Dieses kleine, bedauernde Lächeln mit dem sie dir sagen, dass du es nicht wert bist, dass du nicht gut genug bist. Aber dass sie dich trotzdem ungemein gern haben. Natürlich.

Und du stehst da, sinkst langsam in dich zusammen, wimmerst, sträubst dein graues Fell und fletschst die Zähne, währen dir die Tränen aus den Augen tropfen.
Du stehst da, du einsamer Wolf. Und knurrst. Versuchst dich zu wehren und kannst nur weinen. Weinen. Weinen.

Später streifst du durch die Straßen, siehst nur verzerrte Realitäten, dein Fell ist nass. Und alle sehen sie dich, bemerken aber nichts. Sehen nur den Menschen und nicht den einsamen Wolf.
Und der, der dich zum Wolf gemacht hat, guckt dir verwundert hinterher, streicht sich durch die Haare und murmelt leise;
„Aber für mich ist es auch nicht leicht. Versteh das doch. “
Du lachst dein bellendes Wolfslachen und trottest weiter. Weg.
Vielleicht kommst du zurück. Ganz sicher. Dann, wenn du wieder Mensch bist. Aber jetzt musst du weg.
Weg in deine von den Tränen verzerrten Realitäten.

 

Diesmal ein etwas älterer Gedankencrush inspiriert von Hermann Hesses „Steppenwolf“. Einen wunderschönen 5. Dezember – heute Abend kommt der Nikolaus, mal gucken, was morgen in den Schuhen steckt.