5.Türchen: Mein Wolf

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Es gibt Momente, in denen das falsche Lächeln unerträglich wird. Dieses kleine, bedauernde Lächeln mit dem sie dir sagen, dass du es nicht wert bist, dass du nicht gut genug bist. Aber dass sie dich trotzdem ungemein gern haben. Natürlich.

Und du stehst da, sinkst langsam in dich zusammen, wimmerst, sträubst dein graues Fell und fletschst die Zähne, währen dir die Tränen aus den Augen tropfen.
Du stehst da, du einsamer Wolf. Und knurrst. Versuchst dich zu wehren und kannst nur weinen. Weinen. Weinen.

Später streifst du durch die Straßen, siehst nur verzerrte Realitäten, dein Fell ist nass. Und alle sehen sie dich, bemerken aber nichts. Sehen nur den Menschen und nicht den einsamen Wolf.
Und der, der dich zum Wolf gemacht hat, guckt dir verwundert hinterher, streicht sich durch die Haare und murmelt leise;
„Aber für mich ist es auch nicht leicht. Versteh das doch. “
Du lachst dein bellendes Wolfslachen und trottest weiter. Weg.
Vielleicht kommst du zurück. Ganz sicher. Dann, wenn du wieder Mensch bist. Aber jetzt musst du weg.
Weg in deine von den Tränen verzerrten Realitäten.

 

Diesmal ein etwas älterer Gedankencrush inspiriert von Hermann Hesses „Steppenwolf“. Einen wunderschönen 5. Dezember – heute Abend kommt der Nikolaus, mal gucken, was morgen in den Schuhen steckt.

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