10.Türchen: Napuka Teil 2

Sodala, der zweite Teil für euch. Ich lieeebe Schnee, hab ich das schon einmal erwähnt? Was für ein toller Tag, so weiß…

 

Im Boot albern wir herum und Lukas zeigt, wie wichtig er ist und steht breitschultrig hinter dem Steuer. Auf dem anderen Teil der Insel angekommen, springen Patrick und ich ins Wasser und schwimmen zum sandigen Ufer – bei der Hitze, die hier sogar nachts herrscht, sind wir spätestens in einer Viertelstunde wieder trocken. Die Abkühlung tut unglaublich gut.
Lukas versucht, mit dem Elektroboot an dem modrigen Steg anzulegen, und macht dabei eine Miene, die so dämlich aussieht, dass wir uns am Strand die Lachtränen wegwischen.

Bei der Rückfahrt sitzen wir Mädels am Steuer, da Lukas nicht einmal mehr gerade laufen kann.
„Mann, beherrsch dich, wir sammeln dich nicht auf, wenn du jetzt im Meer landest!“, rufe ich nach hinten, als er versucht, zu uns zu torkeln.
Wir brechen in lautes Lachen aus.

Ich fühle mich nicht ganz da, wie leicht neben meinem Körper. Alles ist leise und geht viel schneller als sonst. Nur das Denken nicht.
Als wir zum Leuchtturm schwanken, halten die Männer sich aneinander fest, und Cori kichert.
„Wie Babys, die laufen lernen.“ Gelächter. Sie flüstert mir ins Ohr: „Große betrunkene Babys.“ Und prustet los.
„Der Weg wellt sich“, sage ich, lache und stolpere über einen schwarzen Stein.
Mein Zeh brennt. Plötzlich ist alles rot.
„Verdammt, Fridi! Hey!“, ruft Cori. „Pat, wo ist der Verbandskasten?“ Sie rennt den Torkelnden hinterher in den roten Turm.
Ich warte. Es tut weh.
Licht kreist um den Turm. Ich gucke hinterher. Lenkt ab.
Draußen vor der Insel schaukeln zwei Lichter. Muss schön sein. Das Schaukeln. Auf dem Meer.
Cori rennt. Wie eine Orange mit Hose.
„Zeig mal.“ Ich halte den Fuß hin. Rote Flecken auf ihrem Bein. „Uuups, ey, keine Absicht, Cori.“
„Pst.“ Sie nimmt eine weiße Flasche und sprüht. Ich ziehe den Fuß zurück. Sie hält ihn fest und klebt was drauf.
„Was du auch immer machst …“, sagt sie. Schüttelt ihre Dreads. Sehen aus wie Schlangen. Oder wie ein Vogelnest. Ich lache.
„Habs … gehen wir?“ Ich stehe auf. Schaue zu den Lichtern.
„Fridi? Was ist?“ Sie greift nach meiner Hand.

„Ich will auch schaukeln!“, sage ich. Und zeige auf die wankenden Punkte.
Sie bleibt stehen. „Fuck, das ist ne Flotte!“ Sie schaut mich mit riesigen blauen Augen an. „Fridi! Das ist ne Flotte! Die wollen unsere Wale! Unsere Buckelwale – die wir entdeckt haben! Und das Kleine … das …“ Ich lege ihr die Hand auf die Schulter. Verstehe nix, ist aber egal.
„Patrick!!!“ Sie rennt los, ich hinterher. Hoch, zum großen Auge.

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