13.Türchen: Winterninjas und ihre Taschenhunde

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Alles weiß und knarzig. Die Sohlen knirschen auf den Wegen. Die Passanten sehen alle so anders aus. So schwarz, so vermummt, so verbrechermäßig, so ganz und gar unheimlich. Nur die Omas mit ihren weißen Locken werden zu Ninjas, die sich anschleichen ohne gesehen zu werden. Sie verschmelzen mit dem Hintergrund, mit all dem Weiß. Wie Chamäleons. Plötzlich stehen sie vor dir an der Kasse und du blinzelst nur verwirrt, bis sie anfangen ihr Kleingeld abzuzählen… diese Tätigkeit wird im Winter nicht beschleunigt.

Winter ist die Zeit der Omas, der Alten.
Wäre da nicht all das Eis. Auf dem sie ausrutschen mit ihren Rollatoren und den schlechten Schuhen und so. Und nicht all der Schnee, der sie total wuschig macht, weil er so nass und kalt ist. Und sie plötzlich viel zu viel sehen. Sogar ohne Brille.
Das Schlimmste ist aber, dass sie ihre kleinen Taschenhunde verlieren. Diese winzigen Hunde, meine ich, die Chihuahuas und Möpse und Dackel, all die, die im Gulli verschwinden könnten. Die fallen ihn aus der Tasche, die armen Hunde. Immerhin ist es schön weich. Die Frage ist nur, wie viele dieser Hunde sich schon verabschiedet haben und wie viele unauffällig ersetzt wurden.
Vielleicht macht ihnen das gar nichts aus, vielleicht verschwinden sie ja freiwillig im Schnee. Wahrscheinlich bauen die sich kleine Iglus und unteriridische Gänge und leben dann da gemütlich mit Tee und Lebkuchen, die ihnen Kinder zustecken, die ab an mal aus Versehen sich zu den kleinen Hundestädten durchbuddeln.

Dort schlafen alle in einer große Höhle, nach außen hin als Schneehaufen an einer Straßenecke getarnt. Wenn ein paar ungelenke Babies drauf landen, bröckelt die Decke ein wenig, ansosten ist es erstaunlich stabil.
Gegessen wird im gemeinsamen Speisesaal mit Weihnachtsbaum und Festgans an Weihnachten. Die unterschneeische Verständigung ist etwas schwierig (bei zu lautem Bellen würde die Schneedecke nachgeben), aber es existiert bereits ein ausgeklügeltes System der EiszapfenMorseCodeTelefonie. Manchmal hört man es dann doch außerhalb der Schneedörfer leicht summen. Ein wenig wie ein Bienenschwarm nur angenehmer und in Weihnachtsmelodien…
Nur die Alten, die bemerken das nicht. Die spielen weiter Winter-Ninja und zählen Kleingeld.
Winter, das ist die Zeit der Taschenhunde.

 

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3 Gedanken zu “13.Türchen: Winterninjas und ihre Taschenhunde

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