16.Türchen: Verfahren

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Hier wieder eine „alte“ Geschichte, noch aus Zeiten der Schreibwerkstatt. Meine erste Schreibübung… jaja, damals.

Das hier wird wohl mein erster Anfall …
Maske? Erinnert an Venedig … Biennale mit Cori und ihren Dreads auf dem Boot in der Lagune.
Schwarzweiß, blass, mit Pluderhose. Von hinten.
Sie steht allein hinter der Reling und blättert gedankenverloren in einem zerfledderten  bunten Heftchen, möglicherweise bunt – wir sehen alles in Graustufen.
Wir sitzen hinter ihr und beobachten,
schreiben eifrig.
Setzen nicht ab und warten auf Veränderungen – wie ein Adler wachen wir über ihr Tun.
Der Wind brennt im verbrutzelten Gesicht.
Wie der Sand, der sich manchmal in die Sonnencreme mischt.
Wieso macht sie nichts?
Das Schiff zieht an Pinienwäldern vorbei. In Venedig?
Wir müssen uns verfahren haben – vielleicht Kroatien.
Ein Gast sitzt in dem verglasten Inneren und beäugt misstrauisch das Mobiliar.
Vermutlich hat er das Desinfektionsspray schon gezückt.
Um seinen Hals baumelt eine Elchtasche – wohl Norweger.
Eine merkwürdige Reise. Was wohl die Frau mit den Dreads macht?
Nichts.
Zwei Füchse streifen durch die vorbeiziehenden Wälder.
Oder sind es Katzen?
Wo ist bloß unsere Brille?
Drinnen wird das Essen aufgetragen. Der Norweger beäugt skeptisch seine „moules“ – hat wohl richtigen Fisch erwartet.
Die Frau zückt ein kleines Kästchen – wir können wieder nichts erkennen. Wo bleibt die Brille?
Und dann bleibt alles, wie es angefangen hat.
Die Frau mit den Dreads steht wieder unbewegt.

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