21.Türchen: Einsamer Kaffee

Adventskalender 2012, Gedankencrushs

Sein Gesicht ist erstarrt.
Inmitten der wabernden Leere steht er mit deser Fratze, diesem enstellten Ausdruck von unfreiwilliger Attraktion des übelsten Ausmaßes. Er steht da und glotzt.
Er starrt über die Straße, über die Dächer der Autos, in das helle Fenster zu dem jungen Mann mit dem grünen Pullover. Zu ihm mit den blonden Wimpern, den dunklen Augen, den schönen Händen. Zu ihm, dem jungen Mann in dem Kaffeeshop.
Und der bemerkt nichts von der Fratze auf der Straße. Sitzt nur da und blickt in seinen Kaffee, der ihn anzublizeln scheint. So, als würde er seufzen.
„Ach Junge, warum bemerkst du bloß nichts? Warum sitzt du hier und starrst mich an und nicht all die Menschen, die dich bewundern?“, scheint ihn sein Getränk zu fragen.
Aber der Junge riecht nur den Kaffee und hört nicht, was er sagt und sieht nicht, wer ihn sieht.
Bemerkt nicht all die Fratzen um ihn herum. Die ihn fixieren.
Er trinkt seinen Kaffee, der Fratzenmann blickt dem Jungen hinterher, als der einsam und mit eingezogenen Schultern die Straße hinuntergeht. Der grüne Pullover verschwindet. Und der Mann wacht auf.

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