Der zu unspektakuläre Autounfall

Gedankencrushs

Mein Autounfall am Donnerstagabend war zu unspektakulär.

Ich erwartete lautes Knirschen, eingedellte und zerquwetschte Metallteile und Atmenot auf grund der ganzen ausgelösten Airbags.
Ich erwartete eine Art Zeitlupe im Moment der größten Beschleunigung und den einen Moment, in dem mein Leben noch einmal an mir vorbei zieht.

Stattdessen zog ein gelber Porsche an meinem Fenster vorbei und ließ laut den Motor aufheulen.
Statt dem verkrusteten Blut, dass überall – an mir und an den billigen Sitzbezügen – kleben sollte, stellte der Rettungsanitäter zwei dicke Beulen und eine („wirklich sehr leichte, also da brauchen sie sich keine Sorgen machen! Wirklich nicht.“) Gehirnerschütterung fest. Nichts, dass mich von der Arbeit abhielt, also. Leider.
Denn so glaubte mir bestimmt keiner die Geschichte von meinem Unfall.

„Oh, ich habe gehört du hattest gestern einen Unfall?! Ist ja schrecklich -ich hoffe es ist nichts Schlimmes? Du kannst doch die hohen Rechnungen bzahlen?! Aha, nur ein zwei Kratzer? Und Verletzungen? Man sieht ja gar nichts! Nur ein paar Beulen? Interessant. Und wann genau – sagtest du – war das nochmal? Gestern? So gegen 20 Uhr? Mhmmm. Nein Nein, klar, wieso sollte ich? Ist ja auch wirklich was ganz Ernstes. Sowas sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Natürlich nicht. Jaja.“

Und so war ich dann doch wieder der Träumer, der Sachen erlebte, die nie passieren können. Ein Unfall ohne große Schaden? Ach was du dir wieder ausdenkst, sowas gibt es doch heutzutage gar nicht mehr…

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