Kaffee ganz unidiotisch

Kurzgeschichte

Wer den Anfang verpasst hat, hier die komplette Geschichte! Viel Spaß beim Lesen.

 

Zwei Tauben gurren vor dem Fenster. Scheißviecher! Jeden morgen… Molle rollt sich aus dem Bett, schlurft schlaftrunken den Flur zur Küche um sich einen Kaffee aufzusetzen.
Die Maschine gurgelt und er lässt sich auf den Holzstuhl fallen.
Was für ein Abend. Zu viel Wodka und dann das Zigarettenmädchen. Und wo war Mark abgeblieben?
Der Kaffee ist fertig und die warme Tasse wärmt ihn langsam auf. Nur Zucker fehlt und als Molle über den Tisch greift, fällt sein Blick auf seine Hand.
Er zuckt zurück.
Und blinzelt.
Blinzelt wieder. Und glaubt es immer noch nicht.
Seine Hand ist von blutverkrusteten Kratzern durchfurcht und zur Faust verkrampft. Langsam zieht er sie zurück. Sie glitzert leicht im Sonnenschein.
Vorsichtig dreht er sie. Glassplitter. Kleine Glassplitter stecken noch in der Kruste.
Was ist nur wieder passiert. Er stöhnt. Und warum schon wieder?
Wodka ist was für Idioten, sie hatte Recht. Sie hatte so verdammt Recht. Und wieso Glassplitter? Woher?
Er war doch auf den Schaukeln gesessen vor dem Haus. Und dann? Der Zug? Das Sommersprossige Mädchen. Omabrille. Glühwürmchen!
Warum nur immer diese kleinen Leuchtkäfer? Er sollte ihnen nicht jedes Mal folgen. Einmal ignorieren, dann hätte er nicht dauernd solche Morgenstunden. Solche verkehrten, sinnentleerten Stunden, in denen nichts zu passen schien. Nicht mal die Erinnerungen.

„Mio“, spricht er auf den Anrufbeantworter „wieder so eine Nacht. Ich bring dir deinen Macchiatto mit, mit Zimt dieses mal. Ganz sicher. Hab die Glühwürmchen wieder getroffen. Leider. Ruf zurück, wenn du wach bist.“

Ein Kaugummi! Das braucht er. Gegen den sauren Geschmack von gestern Abend.
Die zur Faust verkrampften Hand in der Hosentasche – desinfiziert hat er sie vorläufig schon – die andere wühlt in den viel zu hohen Schränken. Beim Müsli wird sie fündig. Kirschgeschmack. Immerhin. Zu süß. Aber aufweckend.
Er sitzt an dem Holztisch betrachtet seine Hand, kaut nachdenklich auf dem Kaugummi und versucht seine Gedanken zu sortieren. So weit es geht zumindest.

War es das Zigarettenmädchen? Oder war es die andere, die, die im Zug gesessen hatte.  Warum hatte er es schon wieder vergessen?

 

7-Minuten-Gummibärchen

Gedankencrushs

Mein Gummibärchen erinnert mich an meinen Physiklehrer. Vielleicht wegen dem roten Gesicht. Und vielleicht will ich es deshalb nicht essen, sondern lieber auf dem Tisch sitzen lassen. So ganz alleine.
Mein 7-Minuten-Gummibärchen sieht unzufrieden aus, glaube ich. Will wohl doch gegessen werden. Hatte der Junge mir gegenüber nicht noch Hunger?

 

Für alle die es interessiert. Das hier ist bei einer der einfachsten Schreibübungen entstanden. Man isst ein Gummibärchen und schreibt anschließend 7 Minuten über alles, was einem zu dem Geschmack/Geruch/Konsistenz einfällt und auch die weiterführenden Gedanken. Wichtig ist dabei, einfach loszulassen, zu schreiben, was einem einfällt, Gedanken fließen zu lassen.

Tanz mit dem Badewolf

Gedankencrushs

Wie versprochen endlich mehr. Mehr zu lesen, mehr vom Badewolf (wer ihn noch nicht kennt hier der erste Teil und hier und hier eine Zeichnungen). Ich halte diesen Text für eine würdige Fortsetztung, aber entscheide selbst!

Ihr beide tanzt, du und der Badewolf. Wirbelt durch den Flur über das Parkett.
Sein Arm auf deiner Hüfte, weich und warm und deine Augen auf seinen gelben, bernsteinfarbenen. Er blinzelt nicht, nimmt dich nur fester und leckt dir zärtlich über die Wange.
Der Boden knarzt leise, während ihr über das Holz schwebt. Dein Kleid tanzt hinter dir, ein gelber Fleck im Dunkeln. Ein Farbtupfer auf dem schwarzen nächtlichen Gewand der Wohnung.
Da spürst du plötzlich etwas kratziges an deiner Wange, etwas spitzes, scharfes. Du versuchst zu schreien, aber kannst nicht.
Blut tropft auf das Kleid, das schöne gelbe. Der Boden knarzt nicht mehr und du blickst stumm in die Ferne, während der Wolf dich über das Holz wirbelt, das langsam rot wird.

Und dann bist du wach.
Deine Augen irren kurz über die nächtlichen Schatten. Dann atmest du langsam aus. Nur ein Traum. Du kannst doch gar nicht tanzen! Und der Wolf beißt nicht.
Da hörst du das Rülpsen. Wie damals. Als du dachtest, ihn nachts gesehen zu haben.
Du erstarrst und lauschst. Vielleicht hast du dir das nur eingebildet?!
Ein Rascheln.
Und du schälst dich aus der Bettdecke. Leise und vorsichtig,tappst über das matte Parkett zum Bad.
Kurz suchst du nach roten Tropfen auf dem Holzboden und findest nichts. Zum Glück. Ein Traum, nichts als ein Traum.

Seifenblasen kommen dir entgegen. Glitzern blau grün und landen neben deinen nackten Füßen.
Auf den kalten Fliesen ändern sie die Farbe und werden kurz gold bis sie dann geräuschlos platzen. Du stehst wieder vor dem Vorhang, weißt nicht, ob du es wirklich wissen willst. Woher kommen die Seifenblasen überhaupt. Badet er?
Lautes Einatmen. Und da ziehst du den Stoff beiseite. Erstarrst.
Er raucht. Pafft eine alte Pfeife, wie du sie nur aus Märchen bei weisen weißhaarigen Männern kennst, pustet die Seifenblasen in dein Gesicht und blinzelt dich an.
Klein ist er, geht dir im Stehen vielleicht bis zum Bauchnabel und sitzt entspannt in deiner Dusche, einen haarig felligen Arm auf dem Duschenrand, dein Shampoo in der Pfote.
Du blinzelst zurück. Und kannst es einfach nicht fassen. Dass er so klein ist. So entspannt. Und wirklich da.
Du sinkst auf den Rand der Dusche, setzt dich hin, damit du vor Staunen nicht umkippen kannst. Und er hält dir plötzlich die Pfeife hin.
Ich rauche nicht, sagst du, aber er lächelt und du siehst zu viele Zähne, um nochmal nein sagen zu können. Kurz denkst du an deinen Traum, an das Blut, nimmst dann aber schnell einen Zug.
Es schmeckt. Das Rauchen schmeckt. Und erinnert dich an Zuckerwatte, Sommertage im Zoo als kleines Kind und den Geruch von gebrannten Mandeln von dem Volksfest. Du inhalierst tief, so tief wie nur möglich und merkst, wie dir ein wenig schwindelig wird. Aber du willst mehr von diesen sonnigen Erinnerungen.
Und der Badewolf wartet, beobachtet, lächelt und summt leise ein unbekanntes Lied.
Du badest in warmen Erinnerungen, verlierst dich in Träumen und Vergangenheit und merkst noch, wie dir die Augen zufallen.
Dann ist alles Schwarz, Fellarme tragen dich und du fühlst dich klein und geborgen und wieder jung.

Am nächsten Morgen wachst du auf, einen schalen Geschmack im Mund und fragst dich, was du diese Nacht nur geträumt hast. Erinnern kannst du dich an nichts.

Ich fühle mich (fast) schlecht – den ganzen März nichts geposted. Und dabei wartet wirklich nicht wenig darauf hier zu landen. Nur ist es immer nur fast und beinahe fertig.
Also wird philosworte diesen Monat etwas mehr gefüttert werden, das gelobe ich hier mit feierlich. (Fanfaren dazu denken!).

Molle steht in den Startlöchern, da er nach Leipzig geschickt werden soll. Mehr wird noch nicht verraten. Das hier sollte nur ein Lebenszeichen sein. Oder ein Gutti für mein kleines Haustier philosworte

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