Perks of Being a Wallflower, Tschick, NICHTS und viele mehr

Meldung

Am Dienstag war ich auf einer Veranstaltung im Rahmen der kontrovers-Reihe des Gasteigs – Besser als Bestseller? Kultbücher!. Die Frage war: Was ist ein Kultbuch, diskutiert anhand von drei Büchern, nämlich Perks of Being a Wallflower (Das also ist mein Leben) von Stephen Chbosky, Tschick von Wolfgang Herrndorf und NICHTS  – was im Leben wichtig ist von Janne Teller. Tatsächlich kannte ich alle drei Bücher, alle drei hatten mich damals beim Lesen irgendwie berührt, waren irgendwie besonders.

Nun saßen da zwei Schriftsteller, eine Verlagswissenschaften-Dozentin und ein Literaturwissenschaftler, der gerade seine Habilitation über das Kultbuch geschrieben hat. Und sie konnten sich in einer netten Diskussion darauf einigen, was ein Kultbuch ist, aber leider auch darauf, dass alle drei Bücher eigentlich keine seien und es keine modernen Kultbücher gebe.

Denn ein Kultbuch sei ein Buch, dass vor allem das Leben des Lesers nachhaltig verändere, ihn beschäftige, aber auch leicht quer zum Mainstream stehe und Bestand habe. Meistens sind es Jugendbücher.

Harry Potter sei also vielmehr ein Buch mit Fangemeinde, als ein Kultbuch, denn wessen Leben hätten diese Bücher schon nachhaltig verändert?!?

Mein Fazit wäre: Hier reden Erwachsene über Bücher, die sie natürlich nicht nachhaltig beeinflusst haben, weil sie eben schon alt sind und nicht jugendlich, nicht in der großen Identitätskrise, genannt Pubertät.

Aber ich würde gerne eure Meinung hören. Was ist eurer Meinung nach ein Kultbuch? Und was waren/sind für euch die wichtigsten Bücher in eurer Jugend/oder auch jetzt?

 

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8 Gedanken zu “Perks of Being a Wallflower, Tschick, NICHTS und viele mehr

  1. Ich tue mich schwer mit dem Begriff „Kult-irgendwas“, egal in welchem Zusammenhang. Jeder scheint es für sich ein wenig anders zu definieren und seit einiger Zeit wird der Begriff inflationär verwendet. Vieles ist schon vor seiner Neu-Erscheinung bereits Kult. Die Marketingstrategen haben den Ausdruck im Übermaß für sich entdeckt und nudeln ihn aus.
    Bücher, um die aus meiner Sicht einer ziemlich Kult entstanden ist, an dem ich teilhatte, oder ihn mitangeschoben habe, sind wohl:

    „Herr der Ringe“ – da habe ich in meiner Jugend nach dem Lesen viel raus gezogen, es hat mich in meiner ganzen Entwicklung beeinflusst, ich habe andere dazu gebracht es zu lesen und darüber generell zur Fantasy zu finden, in Form von Literatur, anderen Medien und Fantasy-Rollenspiel. Ich weiß, dass es auch vielen anderen so erging. Zudem hat es ganze Generationen von Fantasyliteratur maßgeblich beeinflusst. Dass würde ich als Kultbuch bezeichnen.

    Die Scheibenweltromane von Terry Pratchett – hatten auf mich sehr großen Einfluss, in meiner Weltsicht, in meinem Humor, in meinem Sprachgebrauch. Bei anderen Pratchett-Lesern ist das oft ebenso, meinem Erleben nach. Besonders hervorheben würde ich hier die Romane um die Nachtwache von Ankh-Morpork und die um Gevatter Tod. Ich kenne keinen Pratchett-Leser, der nicht massenhaft aus diesen Büchern zitieren kann (und es auch gerne bei jeder sich bietenden Gelegenheit freudig tut).

    Das wäre so mein persönliches Empfinden. Andere Bücher sind für mich welche, die mich stark beeinflusst haben, Lieblingsbücher sind oder ähnliches. Aber als Kult würde ich sonst wenig bezeichnen.

    Alles gute, Jo :-)

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    1. Ich tue mir genauso schwer mit dem Begriff „Kult“ und umso spannender, dass die vier das auf der Bühne versucht haben. Darüber seine Habilitation zu schreiben, finde ich noch mutiger (ein Wunder, dass das durchgewunken wurde…)
      Herr der Ringe habe ich nie mehr als 100 Seiten geschafft, aber trotzdem würde ich sagen: Das ist doch mit Harry Potter DAS „Kultbuch“ schlechthin. Eine riesige Fangemeinde, eine „erfundene“ Sprache, die tatsächlich gesprochen kann, Geburtszeit einer großen Welle an Fantasy, wenn nicht sogar von Fantasy, wie wir es heute kennen!

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      1. Ja stimmt, Harry Potter auf jeden Fall, da hast Du recht. Der ist mir durchgegangen. Für mich selber allerdings weniger, ich mag die Geschichten und Filme und die ganze Zauberwelt dort, habe es aber selbst als Kult nicht so mitgemacht.
        Ja richtig, die erfundene Sprache von Tolkien. Ich kenne einige, die elbisch sprechen. Die Sprache wurde ja sogar von anderen weiter ausgebaut und es gibt sogar Wörterbücher zu kaufen. Mehrere Brettspiele, wie bei Pratchett und Potter auch.
        Mutig ist es wohl, das als Habilitation zu nehmen, aber auch interessant, finde ich. :-)

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      2. So weit ich weiß, basieren ja so ziemlich alle neueren „erfundenen“ Sprachen auf dem System von Tolkien, so zum Beispiel die Sprachen in Game of Thrones und ähnlichen Serienformaten.
        Da kann man ja getrost von „Kult“ sprechen.

        Bei der Veranstaltung wurden vor allem alte Bücher, wie „Catcher in the Rye“ und „Steppenwolf“ genannt- Sicher Klassiker, aber für mich dann doch weniger Kult als Herr der Ringe und Harry Potter, oder?

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      3. Tja, keine Ahnung, da wären wir bei der Frage nach Definiton von „Kult“. Gibt es trennscharfe Grenzen? Bei den beiden von Dir genannten Werken kann ich selber garnicht beurteilen, ob irgendeine Form von Kult darum entstanden ist. Gibt es (Lese-)Zirkel, die sich diesen Klassikern verschrieben haben? Literatur, die darauf aufbaut? Menschen, die ihr Leben an ein Weise von Philosophie oder Erkenntnis angepasst haben, die sich aus diesen Büchern ergibt? Marketingartikel? Messen, Coventions, sonstige Treffen von Fans? Haben sie Alltagssprache beeinflusst? Hm, keine Ahnung, ob sie das haben oder was noch sie zu Kultbüchern machen könnte…
        Aus der Hüfte geschossen behaupte ich aber, dass sie weniger Kult sind als Potter und Herr der Ringe, da stimme ich Dir zu. :)

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      4. Genau das macht die Diskussion auch so spannend. Ich würde es mal so sagen: die beiden haben bestimmt den einzelnen vll mal stärker beeinflusst. Aber Massen mobilisiert, die daraufhin die Sprache/Zaubersprüche gelernt haben undsoweiter… das sind eindeutig Herr der Ringe und Harry Potter. Das klingt doch mehr nach „Kult“ im eigentlichen Sinne.

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      5. Ja, sehe ich genauso. Der klassische Kultist wäre wohl jener, der sich dumpf murmelnd unter der riesigen Kapuze eines weiten, dunkeln Kultisten-Umhangs versteckt, durch düstere Gemäuer schiebt, wo dann ein Ritual abgehalten wird. Mag sein, dass die Anhänger von Fantasywelten, die solche Szenrien naturgemäß schon rein inhaltlich eher hergeben, dem sowieso schneller entsprechen. Im Fantasy Rollenspiel kommt sowas durchaus vor. Generell ist der Anreiz zum nachahmen/nachspielen groß und die marketingprodukte bewegen sich in einem stimmungshaft „kultigen“ Bereich.

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  2. Also zum Kult-Buch Thema und zu dessen Klassifizierung kann ich nicht viel sagen. Da müsste man dem Begriff Kult in derartiger Verbindung erst mal genau angucken.
    Aber Harry Potter habe keine Leben verändert ist ein Witz. Fast schon lächerlich. Ich kann ein Buch darüber schreiben, wie sehr dieses Buch (diese Bücher) mein Leben verändert hat. :)

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